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KILL THE THRILL - Tellurique

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Artist KILL THE THRILL
Title Tellurique
Homepage KILL THE THRILL
Label SEASON OF MIST
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Ein gutes und streng durchgezogenes Konzept kann für Aufmerksamkeit sorgen in der hart umkämpften Musiklandschaft. Vor allem wenn es aus mehr besteht, als sich kollektiv schwarze Schlipse umzubinden oder sich einen echten Pittbullterrier als Sänger auszusuchen. Manchmal aber hemmt es eine Band auch beim Durchbruch.

Das Gute zuerst: KILL THE THRILL sind in meinen Augen die vielleicht größte Hoffnung des Gothic/ Wave/ Depri-Rocksektors seit ganz, ganz langer Zeit. Statt sich in Klischees zu verirren und traurig mit dem Klavier über abgeschmackten Riffs zu plänkeln, hat die Band mit „tellurique“ etwas komplett originäres (wenngleich nicht unbedingt originelles) geschaffen, das einen gleichzeitig erschreckt und in Ehrfurcht erstarren lässt. Simple Schlagzeugbeats schlagen unter eiskalt aufgetürmten Gitarrenwänden, krachender Noise trifft auf energiegeladenen Gesang. Das Songgewand haben die Franzosen dabei völlig abgestreift – statt sich an Strophe und Refrain zu orientieren, hangeln sich die Tracks von einem lang ausgehaltenen Akkord zum nächsten, entblättern die Zwiebel Schicht um Schicht unter Schweiß und Tränen bis zum nackten Kern. Weil die Vocals häufig an Jaz Coleman erinnern, muss man dabei öfters an KILLING JOKE nennen, doch mit deren Balanceakt zwischen abweisender Theatralik und eingängiger Härte hat das hier Dargebotene nichts gemein. Der erste Eindruck ist überwältigend und gegen Ende öffnet sich diese abgeriegelte Welt sogar kurz für so manches Intermezzo in Dur und zarte Lichtstrahlen. Doch fehlt dem konsequenten Avantgarde-Ansatz dieses eine Stück, das einen süchtig nach einer Rückkehr macht, eine einzige Hymne inmitten des rotierenden Chaos.

„Body“ geht mit seinen kontrollierten Ausbrüchen noch am ehesten in diese Richtung, fasert aber zu sehr aus. Wenn sich KILL THE THRILL zu einen einzigen großen Moment abseits ihrer eng gesteckten Grenzen hinreißen lassen könnten, wären sie heiße Anwärter auf den Thron im Land der finsteren Klänge. Bis dahin ist „tellurique“ „einfach nur“ ein fesselndes Debüt.

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