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KILLED BY 9V BATTERIES - Escape plans make it hard to wait for success

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Artist KILLED BY 9V BATTERIES
Title Escape plans make it hard to wait for success
Homepage KILLED BY 9V BATTERIES
Label SILUH RECORDS
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Krach und Emotionen haben sich schon immer gut vertragen. Das nannte man irgendwann mal SONIC YOUTH. Kaum wurde das ganze aber in die Noiserock & Hardcoreschublade gestopft war es auch schon wieder vorbei. Gut, dass KILLED BY 9V BATTERIES eben diese Nische für sich erkannt und genutzt haben. Mit „Escape plans make it hard to wait for success“ zeigt die Gruppierung rund um Wolfgang Möstl, wie viel Core in Hardcore sein kann, wie viel Krach in Noise steckt und wie indiesk Indie eigentlich ist.

Die Gitarren kratzen, zerren und reißen, schwingen melodisch und hängen luftig in der Atmosphäre. Der Sound schwankt zwischen Disharmonie und Melodie, reißt alles hinter sich ab mit einem Geradeausdrang, der beängstigend wirkt. Wolfgang Möstls Gesang steht dem in Nichts nach – klingt so wie die perfekte Essenz aus den frühen NADA SURF & ISAAC BROCK. Fast schon elegant, wie er zwischen plärrigem Megaphongesang und resignierendem Leiden wechselt, etwas was dem indiesk verschrobenen „The city is lit when you’re on top of it“ mit seinen sägenden Gitarren unheimlich gut steht. Man ist versucht, die jungen Österreicher schnell zu den neuen Noise-Ikonen zu erhöhen, „Translate Computer Language“ und die „Superstar Paramount Killing Machine“ sind nur zwei von vielen Titeln, welche zeigen, mit welcher Entschlossenheit die Titel eingespielt wurden. Wütender Melanchpop wechselt mit Slacker-Hymnen, wie dem um faule Ausreden nicht verlegenen „Tell the people I’m in bed with fever“. Dort bedienen sich die Steiermarker an den krächzenden, ächzenden Banjos und Gitarren von Indie Heroen wie MODEST MOUSE, beim „Files are piled with kids going wild“ hingegen denkt man tatsächlich an die großen SONIC YOUTH – in der wirklich angepissten Version.

Der Bass scheuert schlaksig, die Gitarren klirren verzerrt und stromverstärkt, der Gesang wechselt zwischen Wahn und Sinn und das alles zusammen, als gäbe es kein Morgen mehr. Es bleibt viel übrig, vor allem „Make her parties unique“ wirkt wie eine verspätete Teenhymne auf die frühen 90er, fast schon wie ein Hidden Track von NADA SURFs „Hi/ Lo“. Dennoch ist diese Scheibe keineswegs ein Rückblick. Es ist ein mit den Defibrillator ins Leben zurückgerufenes Ausrufezeichen in Sachen Noise & Core!

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