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KING OF THE WORLD - Can’t go home

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Artist KING OF THE WORLD
Title Can’t go home
Label H'ART
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Ein gewisses Ego sollte ein Musiker schon haben, oder? Ich meine, wie sonst kann sich eine Gruppe denn KING OF THE WORLD nennen? Vielleicht werden wir irgendwann einmal erfahren, was den Holländern da durch den Kopf gegangen ist. Musikalisch hingegen ist sehr wohl bekannt, was sie sich durch den Kopf gehen ließen. Denn frei nach dem Motto „Der Blues ist tot, lang lebe der Blues“ gründeten einige gestandene Musiker eben jene Band, um sich im Sektor des Rythm & Blues auszutoben.

Und den Einstieg in diese Stunde Musik macht mit „Bluesified“ auch direkt ein richtig gutes Stück Blues alter Schule. Der Rhythmus ist simpel und effektiv, der Gesang passt und die Gitarre „leidet“ vom ersten Ton an. Selbst der Refrain lädt direkt zum Mitsummen ein. Dazu noch mit dezenter Elektronik aufgemotzt und einem absolut klassischem Solo versehen. Das gefällt. Das folgende „Evil thing“ hingegen stellt sich für mich ab dem ersten Ton quer. Der Text ist klischeehaft, Piano und Melodie ebenso. Da hilft leider auch die Soloarbeit nicht wirklich. Schade eigentlich. Und leider wird der Weg auch von „Help me find the way“ fortgeführt. Funk bestimmt hier das Bild. Und erst bei „Mr. big shot“ kommt wieder die klassische Schule des ersten Stücks zum Vorschein… zumindest dachte ich das, bis der Refrain ertönte. Was bitte soll dieser harte Übergang in den Funk? Zu meinem Glück entschädigt „Learn how to cry“ auf ganzer Linie. Was für eine Ballade. Hier kuscheln Orgel, Piano und das Spiel auf der Gitarre wunderbar miteinander. Das zweite Highlight nach dem Opener. Und das rufe ich mir direkt in den Kopf, als die nächste Nummer ertönt, die wieder ungestüm im Funk wildert. Und das geht das ganze Album so weiter. Funk trifft auf Blues trifft auf Funk. Versteht mich nicht falsch. Eine gute Melange aus verschiedenen Stilen kann harmonieren. Viele Künstler haben das schon bewiesen. Aber hier sind die Übergänge einfach viel zu hart. Die Bluesnummern für sich sind toll, die Songs mit Soul- oder Funkanteil haben auch ihren Reiz. Aber die Mischung macht das Hörerlebnis irgendwie schal. Da helfen mir die schöne Aufmachung im Digipak und die saubere Produktion auch nicht weiter.

Ich muss gestehen, dass ich mich mit „Can’t go home“ sehr schwer getan habe. Auf der einen Seite stehen Musiker, die wissen, was sie tun, ihre Instrumente beherrschen und einen ganzen Sack voll Ideen mitbringen. Dem gegenüber steht der zuweilen sehr seltsame Stilmix, der mir den Hörgenuss schwer macht. Solltet ihr da draußen mit dieser Mischung klarkommen, werdet ihr das Album wirklich mögen. Ich hingegen kann mich damit nicht so anfreunden…

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