Band Filter

KINGS OF LEON - Because of the Times

VN:F [1.9.22_1171]
Artist KINGS OF LEON
Title Because of the Times
Homepage KINGS OF LEON
Label RCA RECORDS/ SONYBMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (3 Bewertungen)

Das war ja klar – sind unsernorts musizierende Geschwister als KELLY FAMILY unterwegs, haben die Amerikaner mit den KINGS OF LEON vier Jungs zu bieten, die ihre Freizeit damit verbringen, mit dem Camaro durch die sengende Wüstenhitze zu donnern.. Die drei Brüder Followill und ihr Cousin bedanken sich ganz artig bei Nashville, Tennessee und heizen doch mit Vollgas durch sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen.

KINGS OF LEON sind die Renegades, die rastlosen Außenseiter – welche sich textlich den Gefahren, die da draußen warten, stellen. Der Text ist es auch, der den siebenminütigen Opener „Knocked up“ aus der verhaltenen Langeweile rettet und dem Hörer genug Eingewöhnungszeit auf Calebs Gesangsorgan bietet. Denn schon „Charmer“ stellt uns genau mit dem auf eine harte Probe. Die klagende Stimme provoziert mit kreischenden Ausfällen – welche diesmal durch den steinharten Ritt aus Bässen und Riffs gestärkt werden. „Because of the times“ ist ein intensives Erlebnis, die erste Single „On call“ mit wummerndem Basslauf und den zuckenden Chords wird so zum gleißenden Supernova-gleichen Licht am abendlichen Wüstenhimmel. Diese Jungs haben ihre Bohnen mit Tomatensoße noch aus der Pfanne gegessen! Wenn sich das „Black Thumbnail“ dreckig grinsend ins Fleisch bohrt, man Konventionen eine Handvoll Wüstensand entgegenschleudert und eine groovende Bassorgie als „My Party“ startet – möchte man sich die Lippen benetzen, man kann die trockene sengende Hitze förmlich spüren. Hymnische, textintensive Sternschnuppen regnet es als „True love way“ oder „Ragoo“ vom Abendhimmel, bevor die KINGS OF LEON die gekochte Suppe erkalten lassen. „Fans“ maßt sich als melodische Countrykurzweil an, während „The Runner“ in bedächtiger Melancholie schlafwandelt. Aber kaum geht die Sonne auf, krächzt „Trunk“ den gestrigen Whisky aus den Gehirnwindungen, und der „Camaro“ lässt eine Spur von verbranntem Gummi in der flirrenden Mittagsluft über dem Asphalt liegen.

Ohne Rücksicht schleudern uns die vier ihren unangepassten, aber eingängigen Stoner Rock frisch aus dem Mittleren Westen der USA entgegen. Zwar entstehen auf dem dreizehn Tracks ein paar Durststrecken, für die man uns aber wenig später die volle Whiskeyflasche und das verschrobene Grinsen eines Highwaytruckers schenkt. Es ist vollbracht…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

KINGS OF LEON - Weitere Rezensionen

Mehr zu KINGS OF LEON