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KINGS OF LEON - Come Around Sundown

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Artist KINGS OF LEON
Title Come Around Sundown
Homepage KINGS OF LEON
Label SONY
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Inzwischen ist es auch schon wieder zehn Jahre her, dass die drei Brüder Caleb, Jared und Nathan Followill gemeinsam mit ihrem Cousin Matthew Followill die Southern-Rock-Kapelle KINGS OF LEON gegründet haben. Erstaunlicherweise konnten die Söhne eines Wanderpredigers, die ihre ersten musikalischen Erfahrungen in Kirchenchören gesammelt haben, ihre ersten Erfolge nicht daheim in Amiland, sondern in der Alten Welt – insbesondere in Great Britain und Deutschland – verbuchen. Der ganz große Durchbruch kam vor zwei Jahren mit dem vierten Album „Only By The Night“, mit dem sie mitten im Stadion Rock – und für meinen Geschmack auch mitten in der Mainstream-Langeweile – angekommen waren.

Wie gut, dass Longplayer No. 5 wieder zu den Southern-Rock-Wurzeln zurückkehrt! Gleich der Opener „The End“ gefällt mit scheppernden Beats und düsteren Klavierakkorden, zu denen sich Calebs kratzige Stimme klagend erhebt. Auch die erste Single-Auskopplung „Radioactive“ weiß mit exzellentem Gitarrenspiel zu begeistern und bringt genügend Eingängigkeit mit, um erfolgreich im Radio zu laufen, verliert sich jedoch nie in Beliebigkeit. Ruhigere Töne schlagen die Followills mit „Pyro“ an, das stilistisch ein wenig an COLDPLAY erinnert, bevor es bei „Mary“ mit Oldschool-Rock’n’Roll-Anleihen und schrammeligen Langäxten weitergeht. Ganz großes Kino, das Spaß macht! Auf „Come Around Sundown“ halten sich die emotionalen Slow-Motion-Nummern wie „The Face“ die Waage mit den beschwingten Stompern a la „No Money“ wobei durchaus auch mal ein wenig Motown bei den KINGS OF LEON durchschimmert. Als Beispiele seien hier das rhythmusbetonte „Beach Side“ sowie das impulsive „The Immortals“ genannt, welches von den schwermütigen Fiedeln der astreinen Südstaaten-Hymne „Back Down South“ abgelöst wird. Der Vierer ist eindeutig ruhiger geworden und besinnt sich auf die Tugenden seiner frühen Tage. Entsprechend abwechslungsreich ist auch das verspielte „Pony up“ ausgefallen und deshalb wird bei „Birthday“ auch mit alle Mann und viel Gefühl Geburtstag gefeiert. Der aktuelle Silberling klingt nach Heimweh und Sehnsucht. Gefühle, die im Shuffle von „Mi Amigo“ voll durchschlagen und auch im finalen „Pickup Truck“ zuhause sind

Die KINGS OF LEON haben mich mit „Come Around Sundown“ wirklich angenehm überrascht. Nachdem ich beim Vorgänger dachte, das Quartett sei mit seinem kreativen Latein bereits am Ende, beweisen die Jungs ebenso gradlinig wie druckvoll, dass sie noch immer wissen, was Blues und Southern Rock bedeuten und wie man selbiges zu spielen hat.

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