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KIUAS - Lustdriven

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Artist KIUAS
Title Lustdriven
Homepage KIUAS
Label SPINEFARM
Leserbewertung
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Man sollte sich niemals nach errungenen Erfolgen auf den Lorbeeren ausruhen – an dieses Motto scheinen sich die Finnen von KIUAS wirklich zu halten. Denn bisher haben sie nicht nur ein gutes Album nach dem anderen abgeliefert, sondern auch immer noch eine Schippe draufgelegt. „Lustdriven“ stellt da keine Ausnahme dar und kann als gelungene Melodic Metal Scheibe bezeichnet werden. Und „Melodic“ muss definitiv fett unterstrichen werden, denn was sich die Jungs da quer durch das ganze Album hinweg an Melodien aus dem Ärmel schütteln, ist nicht von schlechten Eltern.

Ohne große Intro-Schnörkeleien geht die rasante Melodiereise sofort mit „Kiuassault“ los. KIUAS von der ersten Sekunde an, keine Frage – das sind die typischen Riffs und die markante Stimme von Ilja Jalkanen, die man hören möchte – Härte trifft auf seichtere Klänge. Eine Spur zackiger geht´s dann im folgenden „Cry Little Angel“ zu, das Ganze ist dann aber wieder mit derart einprägsamen Melodien garniert, dass man nicht umhin kommt, den Song direkt zu mögen. Immer wieder werden Erinnerungen an das Vorgängeralbum „The New Dark Age“ wach, ohne jedoch als Abklatsch dazustehen. „Of Love, Lust and Human“, kann mit fetter Orchestrierung und mit Piano untermalten gesprochenen Parts aufwarten, die im Wechsel eine interessante Spannung erzeugen und dem Stück einen epischen Touch geben. Was der vorangegangene Song an Epik zu bieten hatte, besitzt „Aftermath“ an Tempo und Härte. Harte Riffs, die nach wie vor auf Melodien treffen, und das in Kombi mit einem Sänger, der so richtig loslegt und teilweise von der ganzen Band mit Shouts unterstützt wird, welches dann dem Song eine aggressive Note verleiht. Da werden live sicherlich einige Nackenwirbel ordentlich krachen. Weiter geht’s mit der Abwechslung, denn eine Ballade darf auf einem solchen Album natürlich nicht fehlen. Warum man „Lights Are Many“ allerdings dermaßen abrupt nach einem solch schnellen Song einbaut, ist mir ein wenig schleierhaft… die gesamte aufgebaute Stimmung geht dann erst mal flöten – auch wenn das Stück an sich eine starke Angelegenheit geworden ist. Ein besonderes Augen bzw. Ohrenmerk sollte man mal auf den Pianopart werfen, herrlich! Der nun folgende, mit knapp sechseinhalb Minuten längste Song, angesiedelt im Midtempo-Bereich, greift auf die bereits verwendete Orchestrierung zurück, nur eine Nummer epischer – scheint, als hätten die Jungs beschlossen, diesen Song nach dem Motto „noch größer, noch epischer, noch… einfach mehr von Allem“ zu schreiben. Denn der Gesang wirkt intensiver, ebenso die Instrumentalfraktion. Definitiv mit das Highlight des Albums, welches die Messlatte verdammt hochlegt. Getoppt wird das beim folgenden „Heart And Will“ nicht mehr, was angesichts des hohen Gesamtniveaus nicht negativ gemeint ist. „The Quickening“ empfängt den Hörer mit einem wunderschönen Klavier-Intro, eine ruhigere Nummer, die einen gewissen Fluss erzeugt und einen einfach mittreiben lässt und trotzdem oder gerade deswegen auch nicht besonders heraussticht – hin zu den letzten beiden Stücken des Albums. „Summer´s End“ kommt als Ballade daher, allerdings ganz anders als die erste – ganz ungewöhnlich für KIUAS, sehr atmosphärisch und untermalt mit Akustikgitarren, die bestens zum Stück passen. Gegen Ende kommt dann die Überraschung, als der Song sehr piratig anmutet, Gegröhle und Geplapper zu vernehmen ist und man sich beinah schon beim Mitschunkeln ertappt. Überraschung gelungen, würde ich mal sagen! Scheint, als würden die Finnen beim Rausschmeißer „Winter’s Sting“ nochmal alle Register ziehen, denn hier findet man von der epischen Orchestrierung, über Akustikgitarren bis hin zu treibenden Parts noch einmal alles – eine bunte Mischung, die trotzdem nicht zusammengestückelt wirkt. Ein sanftes Piano Outro beendet dieses gelungene Album und entlässt den Hörer so langsam – der jedenfalls hat erst einmal Einiges zu verarbeiten. Kleiner Hinweis: am besten geht das, wenn man die Repeat-Taste direkt im Anschluss betätigt…

Eines steht fest, 2010 führt für alle Melodie-Hungrigen kein Weg an KIUAS vorbei.

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