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KIUAS - The New Dark Age

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Artist KIUAS
Title The New Dark Age
Homepage KIUAS
Label SPINEFARM
Leserbewertung
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In ihrem Heimatland Finnland sind KIUAS keine Unbekannten mehr und haben daher mit ihrem fünften Album „The New Dark Age” auch gleich einen beachtlichen Start hingelegt, alldieweil sie auf Rang 10 der Charts eingestiegen sind (die Scheibe ist dort bereits im März erschienen). Dass so etwas auch in Deutschland passieren wird, ist eher unwahrscheinlich, aber zumindest dürfte die neue Scheibe der Jungs dafür sorgen, dass sie einige neue Fans hinzugewinnen werden.

Geboten wird Power Metal mit progressivem Einschlag, der teils in epische Gefilde abdriftet, teils wirklich ordentlich aufs Gaspedal tritt – insgesamt eine recht eigenwillige Mischung. Zwei Jahre ist es nun schon her seit der Veröffentlichung der letzten Scheibe „Reformation” und man merkt deutlich, dass sich das Quintett aus Finnland weiterentwickelt hat. „The New Dark Age“ braucht sich nicht vor dem vielgelobten Vorgänger zu verstecken und hat deutlich an Eigenständigkeit gewonnen, so dass es nicht mehr so leicht ist, Vorbilder auszumachen bzw. Vergleiche zu ziehen. Ilja Jalkanen zeigt sich wie gewohnt als melodischer und ausdrucksstarker Sänger. Die Musik selbst ist trotz des technischen Anspruchs mit Melodien gespickt, die gleich beim ersten Hördurchgang hängen bleiben. Der Opener „The Decaying Doctrine“ beispielsweise kann einen absolut livetauglichen Mitsing-Refrain aufweisen und bekommt durch die Keyboardmelodien einen epischen Charakter. Wer auf einem Album nicht ohne Gitarren- und Tastensoli leben kann, darf aufatmen, auch das bieten KIUAS. Und zwar gleich im zweiten Kracher „Conqueror“. Aber keine Angst, wenn bei manch anderer finnischer Band das Gitarren-Keyboard-Duell zu nervtötend, da zu sehr in die Länge gezogen, ausfällt, so wird dieses “Problem” hier umgangen. Derartige „Battles” werden kurz und knackig in den Song eingebaut ohne allzusehr auszuufern. Die Jungs beweisen, dass man nicht nur in powermetallischen Gefilden zu Hause ist, sondern auch ab und an thrashiger unterwegs sein kann. „Kiuas War Anthem” versprüht durch mehrstimmige aggressive Vocals im Refrain in der Tat einen Hauch von Kriegs- und Schlachtengebrüll. Der Titelsong startet dann noch einen Tick aggressiver und sticht dadurch aus den übrigen Kompositionen ein wenig heraus. Aber auch hier bleibt der Powermetal Anteil erhalten. Die Riffs, die an einigen Stellen vom Stapel gelassen warden, könnten allerdings locker auf einer Death Metal Scheibe zu finden sein. Als die ersten Töne von „To Excel And Ascend” erklingen, erwische ich mich dabei nachzuschauen, ob wirklich noch KIUAS im Player sind, schon wieder ein anderer Anfang, diesmal mit äußerst orientalischem Touch. Obendrein überrascht Herr Jalkanen dann noch mit deathmetallischen Grunts – Überraschung perfekt würde ich sagen. Zusammen mit dem Wechsel hin zu den gewohnten Power Metal Passagen ist das wohl der abwechslungsreichste Song. Nachdem nun knapp 5 Stücke und damit die Hälfte der Scheibe in Kurzform vorgestellt wurden, belasse ich es dabei – was jetzt aber nicht heißen soll, dass die Übrigen es nicht wert wären, ebenfalls erwähnt zu werden! Jedem dürfte klar sein, dass „The New Dark Age“ nicht im 08/ 15 Power Metal Sumpf belangloser Scheiben dahindümpelt. Die CD besitzt genügend Eingängigkeit, um beim ersten Hördurchlauf zu begeistern und dennoch genug Abwechslung, jederzeit Neues zu offenbaren. Ruhigere Töne mit Sängerin („After The Storm“) ebenso wie epische Passagen warten in den folgenden Liedern noch auf den Hörer.

Mein Urteil also: KIUAS zeigen hier zum wiederholten Male, dass sie in ihrem Heimatland absolut zu Recht schon nicht mehr zu den Unbekannten zählen. Wer sie nicht kennt, der möge sie antesten, wer sie kennt, besitzt eh keine Ausrede, die Scheibe nicht zu kaufen.

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