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KÖNSFÖRRÄDARE - Curse All Law

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Artist KÖNSFÖRRÄDARE
Title Curse All Law
Label TEG PUBLISHING
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Es gibt ja so Diskussionen, denen habe ich nichts hinzuzufügen. Etwa der Frage, ob Frauen, die mit Männern schlafen, ihr Geschlecht verraten. So sieht es zumindest eine berühmte feministische Politikerin in Schweden und dort gibt es dafür sogar ein Wort: Könsförrädare.
Alina Björkén (Gitarre & Gesang), Robin Bernhardsson (Bass), Måns Lundstedt (Drums) und Janinne Sandström Oja (Gesang & Synthies) schnappten diesen Begriff auf und nannten ihre Post-Punk-Kapelle kurzerhand KÖNSFÖRRÄDARE. Für den Vierer ist der Bandname jedoch positiv besetzt und steht für Komplexität. Nicht Erniedrigung verbirgt sich hinter dem Wort, sondern ein Hinweis auf transformative und kreative Möglichkeiten. Soweit die Theorie, kommen wir jetzt zur Praxis, die sich in Form des Debüts „Curse All Law“ präsentiert.

Ich muss gestehen, dass mich der Opener „C’mon Superiors“ ein wenig verwirrt hat, was allerdings einzig daran lag, dass ich die neuen Platten häufig im Auto höre und der Song ein kleines, wiederkehrendes Störgeräusch hat, von dem ich anfangs nicht genau wusste, ob ich es womöglich meinem fahrbaren Untersatz zuschreiben müsste. Ein wenig scheppernd und mit diesmal klar zuzuordnenden Dissonanzen schließt sich „Raging River“ an, bevor „Death To Stories“ dunkel grummelnd aus den Boxen wabert. Ein bisschen schwurbelig ist es schon, was die Schweden uns da servieren. „Finger On The Trigger“ changiert zwischen eingängiger Lieblichkeit und rauen Melodien, während „Removed, Included/ Glass Mountains“ nordisch-düstere Indie-Schwermut offenbart und „Second Coming“ die verträumte Seite der vier Jugendfreunde aus dem hohen Norden zeigt. Von der eingängigeren Sorte sind auch „Okay“ und „Leaving“, wohingegen „Local“ erneut verschiedene stilistische Einflüsse mixt und sich in diesem Sinne in einer coolen, stylishen Bar als Hintergrundbeschallung durchaus gut machen würde. Mit dem „Outro“ verabschieden sich die blutjungen Feministen schließlich mit reduzierten musikalischen Mitteln und verwobenen Geräuschkollagen in Slow Motion.

Zugegeben, die KÖNSFÖRRADARE-Mucke ist schon vergleichsweise speziell und will nicht immer wirklich ins Ohr gehen. In der Heimat werden die Schwedenhäppchen jedoch ziemlich gehypt. Die erste Single „Raging River“ wird dort im Radio rauf und runter gespielt und für den renommierten Nordic Music Prize wurde das Quartett auch schon nominiert.

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