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KOLKHORST - Wir bleiben alle

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Artist KOLKHORST
Title Wir bleiben alle
Homepage KOLKHORST
Label TAPETE RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Kann man nur mit einem alten Yamaha RY-30 Drumcomputer und einer E-Gitarre ein abendfüllendes Programm aus dem Hut zaubern? Man kann, zumindest, wenn man Kai-Uwe KOLKHORST heißt. Der Wahl-Hamburger absolviert gern einmal vierstündige Soloprogramme und bereist die Bundesrepublik mit der Deutschen Bahn, um zu seinen Gigs zu kommen. Dazwischen scheinen im Zwei-Jahres-Rhythmus neue Platten zu entstehen, denn nach dem 2004er Debüt „Pizza Amore“ und dem Nachfolger „Wir sind größer“ aus 2006 kommt jetzt ziemlich genau 100 Konzerte später „Wir bleiben alle“ in die Plattenläden. Herr KOLKHORST offeriert nach eigenem Bekunden Elektropoppunkrock, der dem Terrorverlag bereits als Support für CAMOUFLAGE untergekommen und in guter Erinnerung geblieben ist.

Auch bei „Wir bleiben alle“ beschränkt sich der Alleinunterhalter der besonderen Art auf seine minimalistische musikalische Ausstattung. Gleichwohl haut der gebürtige Lüneburger dem geneigten Zuhörer mit dem Opener „Der Start ist nicht das Ziel“ ohne Umschweife eine treibende Elektro-Nummer um die Ohren. Das folgende „Osterei“ klingt stark nach NDW, was stilistisch auch bei „Eine ganze Welt“ nicht von der Hand zu weisen ist, allerdings mit deutlich mehr Härte und Drive – mein Highlight! Verspielter geht’s dann mit „Laura“ zur Sache, während „Wir kennen das Spiel“ wieder coole elektronische Eighties-Sounds unters Volk bringt. Mit „Intercity-Boy“ hat Kai-Uwe wohl seine Bahnfahrer-Erfahrungen verarbeitet. Hier kombiniert er FALCO-esken Gesang mit aufwühlendem E-Pop, wohingegen das fordernde „Victoria“ wieder 80er-Synthies zum Leben erweckt. Unterkühlt und distanziert präsentiert sich „Jeder rennt umher“, bevor mit „Solang’ die Sonne“ selbige aufgeht und die Musik gute Laune verbreitet. Wilder Elektropunk zeichnet „Nichts aus mir gemacht“ aus, der sich zugunsten lieblicher Stromfrickeleien bei „Dieser Traum“ alsbald wieder zurückzieht.

KOLKHORST scheint seine Gitarre momentan ein bisschen zu vernachlässigen, schade eigentlich, denn der Sechssaiter verleiht der Mucke durchaus noch eine Spur mehr Tiefe. Aber auch so ist dem Herrn wieder ein interessanter Longplayer gelungen.

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