Band Filter

KOLKHORST - Wir sind größer

VN:F [1.9.22_1171]
Artist KOLKHORST
Title Wir sind größer
Homepage KOLKHORST
Label TAPETE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.2/10 (5 Bewertungen)

Ja, der Kai-Uwe war wieder fleißig! Was sind das bloß für Eltern, die ihren Kindern solche Namen geben? Kein Wunder, dass der gebürtige Lüneburger seinen Vornamen ersatzlos gestrichen hat. Macht sich im Musik-Biz auch einfach nicht so gut, zu uncool… Obwohl, ob der gute Kai-Uwe darauf wirklich besonderes Augenmerk legt, bezweifle ich dann doch. Der Herr machte 2004 mit seinem Solo-Debüt „Pizza Amore“ auf sich aufmerksam und ist jetzt mit dem Nachfolger „Wir sind größer“ am Start. Dazu hat er sich auf in die große Stadt mit dem Tor zur Welt gemacht und bittet um Aufmerksamkeit für sein Dutzend neuer Songs.

Aufmerksamkeit ist auch das Mindeste, was die Scheibe verdient hat. KOLKHORST singt und schreibt über die Höhen und Tiefen des Lebens und verpackt seine Themen in „poppigen Elektropunk bzw. rockigen Elektropop“. In Vollendung bedeutet dies das Zusammentreffen von KOLKHORSTs Gitarre mit diversen Synthesizer-Samples. „So lang allein“ beschränkt sich auf minimalen Sound, der die erzählte Einsamkeit noch verstärkt. NDW-mäßig kommt „Der Mond“ rüber – einer meiner Favoriten! „Andere Schwingungen“ verbreitet eine düster-psychedelische Stimmung, während „Alles“ stärker die Vocals betont, die teilweise stark an die Stimme des SILBER-Sängers Tom V.K. erinnern. Jugenderinnerungen verarbeitet der Künstler wohl bei „Zeig mir die Stadt“, eine verstörende Symbiose aus Melancholie und Happiness. Als Einzelkämpfer ist KOLKHORST live unterwegs, dann schnallt er sich seine Gitarre um und stellt den Rechner an – und genauso heißt auch der nächste Song: „Einzelkämpfer“ – eine feine Fusion von Gitarre und Elektro. „Schön“ bringt den 80er-Jahre-Computer-Sound ein weiteres Mal zurück in die Gegenwart. Im Gegensatz dazu dominiert die Gitarre „Rosa Brille“ deutlich stärker, im Hintergrund jedoch immer eine kleine Synthie-Spielerei. Einzelne Töne und KOLKHORSTs Gesang bilden den Anfang von „Distanzen“, der Grundton bleibt und erhält einige Variationen, um dann im fetten Elektrosound zu gipfeln. Vielfach handeln die Texte von eher negativen Erfahrungen, „Mit wem“ scheint ein Lichtblick, ein Silberstreif am Horizont zu sein. So vermutet man es jedenfalls zu Beginn, doch KOLKHORSTs Lyrics bedürfen genauerer Betrachtung. Dass das Nordlicht ein großer Fan von FALCO ist (den er gern auch mal in seinen bis zu vierstündigen Konzerten covert), beweist „Dächer“. Letzte gefühlvoll-romantische Klänge zaubert „Vergiss mich nicht“ hervor. Ein ruhiges Stück, dass die Platte behutsam ausklingen lässt.

In Summe macht das zeitlose elektronische Musik, gepaart mit rockenden Gitarrensounds jenseits aller Genreklischees irgendwo zwischen 80er-Synthie-Pop, neuem deutschen Liedgut und FALCO gepaart mit der prägnanten Stimme KOLKHORSTs, die seinem ausdrucksstarkem Songwritung Gehör verschafft. Auch live eine Erfahrung wert!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

KOLKHORST - Weitere Rezensionen

Mehr zu KOLKHORST