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KOMMANDO ELEFANT - Lass uns Realität

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Artist KOMMANDO ELEFANT
Title Lass uns Realität
Homepage KOMMANDO ELEFANT
Label LAS VEGAS RECORDINGS
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In Wien sind Alf, Luis, Pauli und Thorsten zuhause. Das Quartett bildet KOMMANDO ELEFANT und präsentiert mit „Lass uns Realität“ sein viertes Album. Die Melancholie des Vorgängers „Scheitern als Show“ wollen die vier über Bord geworfen haben und sind stattdessen in den neuen Discoanzug geschlüpft. Lassen wir uns mal überraschen…

Nun, mit ihrer erste Singleauskopplung „Ich find dich seltsam“, die auch gleichzeitig den Longplayer eröffnet, beweisen die Herrschaften auf jeden Fall eine gewisse Nähe zu DEICHKIND oder auch MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER und unbedingte Partytauglichkeit und auch das nachfolgende „Meer“ verspricht treibenden Elektro-Pop, bevor „Verschwende dich“ dann doch etwas nachdenklicher gestimmt ist. So richtig ernst nehmen kann man die Ösis allerdings irgendwie nie, auch wenn sie versuchen, sich wie beim getragenen „Es geht immer, das bisschen schlimmer“ seriös zu geben. Dafür ist der Sound insgesamt einfach zu wenig griffig. Wofür dient beispielsweise das Genöle bei „Mein Design für Leben“? Kann KOMMANDO ELEFANT sich nicht so recht entscheiden, ob lieber bei JAN DELAY oder doch bei UDO LINDENBERG abgekupfert werden soll? Dann doch besser einen Hauch Wiener Schmäh wie bei „Zwei Herzen tief“ einfließen lassen, wenngleich der Nummer auch nicht unbedingt ein großer Zauber innewohnt. „Lass uns Realität“ zündet ebenfalls nur bedingt, und dass „Die ersten Sekunden“ entscheiden, hilft dem gleichnamigen Track auch nicht wirklich weiter. „Party & Blamagen“ heißt es, stehen für die ganz große Lebensphilosophie der Band. Wenn sich das in der Musik widerspiegelt, findet beides allerdings auf eher unspektakulärem Niveau statt. Am Ende können auch die dezenten Reggaesounds von „Jukebox war gestern, heute bin ich“ nicht mehr viel rausreißen und wenn „Tabula Rasa“ den Silberling mit pumpenden E-Pop ausklingen lässt, bleibt danach nicht viel mehr als heiße Luft.

Der Eindruck, den mir bereits „Scheitern als Show“ vermittelt hat, verstärkt sich auch mit „Lass uns Realität“: KOMMANDO ELEFANT fehlt es schlicht an Stringenz, Ideen konsequent umzusetzen und ihnen den nötigen Biss zu geben. So dümpelt der jüngste Studio-Output leider nur im Mittelmaß, aber die Kapelle ist ja vom Erfolg ihrer vierten Langrille überzeugt, weil selbiger quasi vom Universum aufgrund der Zahl „4“ vorbestimmt ist. Am Flughafen wird deshalb auch nur an Schalter 4 eingecheckt und der Tourbus traditionell nur für 44 Euro betankt. Na dann…

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