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KOMPLIZE - Biotop

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Artist KOMPLIZE
Title Biotop
Homepage KOMPLIZE
Label WIMPERIUM
Leserbewertung
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9.5/10 (6 Bewertungen)

KOMPLIZE aus Hannover machen deutschsprachigen Stoner- und Noiserock mit einer guten Portion Indie. Zusammengetan haben sich die beiden Ex-LEVEL-O-MANIA-Members Holger Banse (Schlagzeug) und Ben Weingart (Bass) mit Ex-HAMMERHAI-Fronter Tim Nielsen (Gesang, Gitarre und Samples) im vergangenen Jahr und gleich im Herbst ging’s ins Studio, um „Biotop“ aufzunehmen, das jetzt käuflich zu erwerben ist.

Dass drei Herren, die es gern laut und krachend haben, ihr Debüt mit dem schönen Titel „Schminkkontest“ starten, ist schon mal eine Notiz wert. Musikalisch bewegt sich der Dreier im rockbetonen Indie, bevor „Unter Tage“ härtere Geschütze auffährt. Mit „Smith, Wesson And Me“ ist das Trio endgültig im Noiserock angekommen, allerdings will der Gesang nicht so richtig zum Geschrammel passen. Schwer zu sagen, ob’s an den deutschen Texten oder der unverhältnismäßig zarten Stimme liegt. Wahrscheinlich ist es die Kombi aus beidem – weshalb das folgende „Thanner“ auch als langsames Instrumentalstück punkten kann. „Nach oben buckeln“ ist wieder im Indie zu Hause, womit auch die Vocals deutlich besser harmonieren, während mir „Gute Reise“ zu frickelig ausgefallen ist. Hier hätte ich mir ein massiveres Rhythmusfundament gewünscht, dann würde die Nummer vermutlich nicht so viel Nervosität ausstrahlen. Überhaupt krankt „Biotop“ an mancher Stelle an zu viel musikalischer Bandbreite. Leider klappt es nicht immer, Rock, Stoner, Noise, Emo und Indie unter einen Hut zu bringen, wie sich auch bei „Es ist wie es ist“ und „Menschliches Biotop“ zeigt. Sowohl die Indie- als auch Noise-Passagen sind für sich durchaus hörenswert, wollen jedoch nicht so recht zusammengehen. „Reggae ist anders“ hat mit der jamaikanischen Musik nun so rein gar nichts zu tun. Stattdessen gibt’s noch mal einen instrumentalen Happen, bei dem die Saitenfraktion gut zu tun hat und tatsächlich auch eine wunderbar psychedelische Stimmung entsteht. In diesem Sinne schließt sich auch „Besser“ an und was soll ich sagen? „Besser“ wäre besser ohne Lyrics geblieben. Ich vermisse bei Tim Nielsen einfach den Wumms in den Stimmbändern, auch wenn der Herr hörbar mit Leib und Seele bei der Sache ist. „Dinge“ bleibt über weite Strecken ohne Text, dafür dürfen die Langäxte noch mal für Wüstenfeeling sorgen, bevor „Körperhygiene“ mit gebrüllten Anweisungen und kruden Texten zum Schluss noch mal die Stirn runzeln lässt. Wahrscheinlich erschließt sich die durchaus druckvolle Nummer nur, wenn man gedient hat…

„Biotop“ ist für meinen Geschmack zu unausgegoren ausgefallen. Vielleicht hätten die Jungs vor dem Gang ins Tonstudio doch noch die eine oder andere Proberaum-Session durchziehen sollen. Vielleicht fehlt mir auch einfach der Zugang, auch wenn ich durchaus ein Freund der Bands bin, die von der Promo-Agentur als artverwandt genannt wurden (u.a. ULME, BLACKMAIL, TOOL, MOTORPSYCHO). Bildet euch selbst ein Urteil!

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