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KONGH - Sole Creation

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Artist KONGH
Title Sole Creation
Homepage KONGH
Label AGONIA RECORDS
Leserbewertung
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6.0/10 (5 Bewertungen)

Dass aus Skandinavien schon immer überdurchschnittlich viele großartige Bands in das Bewusstsein der Metal-Welt gedrängt sind, ist ja bekannt. Schweden hat den Death Metal entscheidend mitgeprägt, Norwegen konnte sich als Brutstätte des modernen Black Metal profilieren, und die finnischen Seen haben ja auch so den einen oder anderen Barden ausgespuckt. Dass es in diesen Ländern auch seit jeher einen florierenden Stoner- und Doom-Underground gibt, gerät da manchmal in Vergessenheit.

Ein Beispiel für diesen Umstand ist die Formation KONGH, die bisher wohl nur Insidern bekannt sein dürfte. Deren aktuelles Album „Sole Creation“ wird womöglich kaum etwas daran ändern. Dazu ist es einfach zu konsequent und damit wahrscheinlich nur für den wahren Doomster zugänglich. Der bekommt dann dafür aber auch eine ziemliche Vollbedienung geliefert. Die Schweden geben sich auf den vier enthaltenen Songs, die es auf eine Gesamtspielzeit von über 44 Minuten bringen, sehr traditionsbewusst und metallisch, was sich in gekonnten und angenehm interessanten Riffs und geschickt eingestreuten, spannenden Breaks äußert. Gleichzeitig gelingt es ihnen, unterstützt durch den sehr rohen und dabei doch wuchtigen Sound, eine gewisse schwarze Ästhetik („The Portals“) sowie durch die epische Länge und Langsamkeit der Tracks, dem Ganzen einen hypnotischen Anstrich zu verpassen, der dann ein wenig an die einschlägigen Vertreter des modernen Post-Doom-Core-whatsoever erinnert. Das war schon früher so bei KONGH, ist aber auf dem aktuellen Dreher noch sehr viel augenfälliger und steht den dunklen Herren sehr gut zu Gesicht. „Sole Creation“ legt sich wohlig schwer auf die Schultern des Hörers und drückt ihn mit kontrollierter Gewalt unnachgiebig in die Untiefen des hoffentlich vorhandenen Sitzmöbels. Dazu singt, krächzt, grunzt, kreischt und schreit sich der vielseitige Fronter David Johannsson die Seele aus der Brust und dringt im abschließenden „Skymning“ gar in die Sphären eines Carl McCoy vor, was mehr als gut zum Song passt.

Überhaupt hat man den Eindruck, dass sämtliche Facetten der Musik sehr überlegt und wohldosiert arrangiert worden sind. Der im immer minimalistisch angehauchten Doom so schmale Grat zwischen Spannung und Langeweile wird hier zu jedem Zeitpunkt ohne Ausrutscher bewandert. Und dabei wird stets darauf geachtet, dass es auch ja nicht an der nötigen Heavyness mangelt. Im Gegenteil: Genau genommen ist das Machwerk nämlich durchaus ein herrlich hässlicher Hassklotz. Das gefällt dem Doomster und lädt zu weiteren Hördurchläufen ein. Schönes Ding!

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