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KONTRUST - Time To Tango

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Artist KONTRUST
Title Time To Tango
Homepage KONTRUST
Label ARTIST STATION ROCK
Leserbewertung
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7.9/10 (18 Bewertungen)

Nach zwei EPs und dem Full-Length-Debüt 2005 erscheint jetzt der letzte Streich der sechs Österreicher, die in den vergangenen drei Jahren zu einer festen Größe in der mitteleuropäischen Konzertlandschaft geworden sind. Auf über 200 energiegeladenen Live-Shows können KONTRUST inzwischen zurückblicken, wobei 2008 in erster Linie von den Arbeiten zu „Time To Tango“ geprägt war.

Mit dem entsprechenden Gesellschaftstanz oder einer passenden musikalischen Untermalung sollte man allerdings nicht rechnen. Stattdessen gibt es ordentlich was auf die Mütze. Dafür sorgen nicht nur die kraftvollen Riffs der Langaxt-Fraktion (Gregor/ Bass und Robert/ Gitarre), sondern auch die gleich doppelt besetzte Trommel-Truppe, die aus Drummer Roman und Percussionist Manuel besteht. Den Rest besorgen Agata und Stefan an den Mikros, die zweifellos zwei sehr ausdrucksstarke Stimmen ihr Eigen nennen. Bei KONTRUST geht man gern gleich in die Vollen, wie umgehend der krachende Opener „Dancer In The Sun“ unter Beweis stellt. Stefan übernimmt zu den harten Grooves den Part des bösen Buben, während die Dame im Bunde Erinnerungen an Sandra Nasic (GUANO APES) aufkommen lässt. Nur selten lässt es das Sextett wie beim melancholischen „Sin“ ruhiger angehen. Hier zeigt Agata jedoch im Alleingang, dass sie sich auch auf die leisen Töne versteht und auch ihre Kollegen entlocken ihren Instrumenten mit ein wenig Zurückhaltung bezaubernde Melodien, bevor das Tempo mit „We Add The World“ erneut anzieht. Die Nummer gefällt mit frischen Soundkonzepten und eingängigen Refrains, wobei Stefan zwischenzeitlich immer mal wieder in einen Sprechgesang verfällt, der bei mit Assoziationen mit Reggae-Pop aus dem Hause SHAGGY weckt. Auch „Mainstream Bypass“ bewegt sich – anders als der Songtitel vermuten lässt – in fremden musikalischen Welten. Bei diesem Instrumentalstück fließen indische Stilfragmente ein, ehe Mariachi-Trompeten zur „Clown-Parade“ einladen. Dann folgt mit „Lato“ für einen ganz kurzen Moment osteuropäische Schwermut, um mit „Vodka, Tribe And Dynamite“ endgültig im Ethno-Crossover anzukommen. Mit ungewohnt beschwingten Akkorden und einem Schifferklavier schließt sich das kraftvolle „Zero“ an, während „Känämänänna“ einen kleinen Abstecher Richtung Afrika macht, um gleich mit „Bomba“ nach Australien weiterzureisen. Dort wartet ein Didgeridoo auf seinen Einsatz bei, bevor „Face And Filter“ den Sack mit raubeinigem Rock zumacht.

Die Kombination der beiden sehr speziellen Vocals ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Gleiches gilt für die Umsetzung der unzähligen stilistischen Einflüsse, die auf „Time To Tango“ Einzug gehalten haben. Das Ganze ist aber definitiv nicht uninteressant, weshalb es sich lohnt, das neueste KONTRUST-Baby genauer unter die Lupe zu nehmen.

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