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KONZIS - Gegen die Zeit

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Artist KONZIS
Title Gegen die Zeit
Homepage KONZIS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.3/10 (30 Bewertungen)

Manch Rezension lauert hinter einer unerwarteten Ecke. In diesem speziellen Fall gar auf der Arbeit – und das kam so: Jeden Mittag werden alle Internet-affinen Angestellten einer großen ostwestfälischen Firma mit den neuesten Erfolgsmeldungen aus dem Konzern verwöhnt. Und immer wieder werden Kollegen mit ungewöhnlichen Talenten vorgestellt. Pferdeflüsterer, Wahrsager, Sportskanonen. Oder so ähnlich. Diesmal allerdings war die Rubrik äußerst lesenswert, denn der Protagonist Christoph Paschedag (Softwareentwickler) ist als Drummer Teil einer regional bereits recht erfolgreichen Band. Und die geht mal gar nicht so weichgespült zu Werke, wie man vielleicht erwarten könnte.

KONZIS, das ist in meinen Augen vielleicht nicht der allereleganteste Name, aber er steht sicher auch für die Livequalitäten des Quartetts aus Gütersloh, Verl und Paderborn. Seit 3 Jahren musizieren besagter Christoph plus Jean-Pierre Kathöfer, Christian Thanos und Sänger Oliver Wood im Spannungsfeld von hartem Deutsch Rock und Metal. Ihre Einflüsse sind mannigfaltig, von SLAYER bis hin zu den ONKELZ, was man den 6 Tracks der Debüt EP „Gegen die Zeit“ durchaus auch anhört. Insbesondere der Opener „Schutt und Asche“ sowie die abschließende Bandhymne „Konzis rockt“ (die wahrscheinlich auf der Bühne jeden Gig perfekt abrundet) atmen den Geist von Weidner und Co. Direkte deutsche Texte aus dem Leben, ein wenig Pathos, ein Quäntchen nötiger Proll. Die Gitarren drücken unentwegt nach vorne, die Produktion ist direkt und sehr professionell ausgefallen. Der hauptberufliche Koch hinterm Mikro klingt allerdings etwas cleaner als die großen Vorbilder. Wie eine Mischung aus Tom (WEISSGLUT/ SILBER) und Rob von den Maschinenköppen. Neben den straighten Kloppern gibt es andernorts auch recht filigrane Gitarrenarbeit zu entdecken. Mehr als einmal meint man diesbezüglich Einflüsse von METALLICA zu vernehmen (etwa beim vergleichsweise komplexen „Wildes Leben“). Die harten Riffs in Verbindung mit den eingängigen Gesangslinien sichern KONZIS auf jeden Fall eine eigene kleine Schublade im großen Möbelhaus der Gitarrenmusik.

23 Minuten, 6 Titel, kein Ausfall. Ehrliche, gut gespielte, hart rockende Mucke, ohne große lyrische Durchhänger, die sicherlich live noch einmal an Dynamik und Energie gewinnt. Der spieltechnische Ehrgeiz der OWLer scheint sich auszuzahlen, der Verkauf läuft ausnehmend gut und so könnte 2009 noch einige erfreuliche Überraschungen für die Truppe parat haben. Vielleicht sieht man sich mal in der Kantine…

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