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KOREA - For the Present Purpose

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Artist KOREA
Title For the Present Purpose
Homepage KOREA
Label VICI SOLUM
Leserbewertung
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7.6/10 (16 Bewertungen)

Was haben Schweden, Korea, England und die USA gemeinsam? Mal von eventuellen politischen Beziehungen (von denen ich zugegebenermaßen nur wenig Ahnung habe) abgesehen, wäre da z.B. eine Band, die musikalisch die Brücke zwischen den Ländern schlägt. KOREA benannt, aus Schweden kommend und ihre Musik an Größen aus England und den Staaten anlehnend, lassen nun ihre erste LP „For the Presesent Purpose“ auf eben genannte Erdteile und den Rest der Welt los. Nach der Gründung im Jahre 2003 spielte man eine selbstbetitelte EP ein, orientierte sich dann aber musikalisch um.

Wie sich das Quartett aus Stockholm nun anhört, erfahren wir mit Hilfe der zehn Kompositionen, die sich irgendwo zwischen A PERFECT CIRCLE, TOOL, RADIOHEAD, ein bisschen NINE INCH NAILS und einer Prise DEPECHE MODE einordnen lassen. Melancholie ist allgegenwärtig und diese beginnt auch umgehend beim Opener „Insufficient karma“ den Rezipienten zu berühren. „How could I`ve been so wrong, I really thought I was the one for you“ – so der Refrain des Eröffnungsstücks – wühlt die weniger guten Erinnerungen vergangener Beziehungen wieder auf und wird getragen durch den weichen, ruhigen Gesang von Michael Ehrnstén (geht manchmal in Richtung der neuen PARADISE LOST Sachen), den er mal mehr, mal weniger energisch gestaltet. Auf ihm liegt auch das Hauptaugenmerk, steht er doch stets mit den gefühlvollen Lyrics im Vordergrund. Untermalt wird das Ganze dann durch das Keyboardspiel, welches den jeweiligen Stücken den gewissen „schwedischen Touch“ gibt. Doch nicht nur dafür werden die Möglichkeiten des elektrischen Stroms genutzt. „Above“ beginnt beispielsweise sehr elektronisch, was die Spielzeit des Songs überdauert und den Song neben seiner Eingängigkeit und seinem einprägsamen Chorus („I do what I do and I don’t care if it’s wrong, ’cause killing is easy when you hold the gun“) gut zu Gesicht steht. Desweiteren wird hier und dort gerne mal die Stimme entsprechend verzehrt, so dass in Sachen Abwechslung von der gesanglichen Seite her alles im grünen Bereich ist. Doch das musikalische Talent in der Familie Ehrnstén hat nicht alleine Michael abbekommen und so gibt sich auch Bruder Dennis am Schlagzeug keine Blöße. Zusammen mit Robert Bunke am Bass sorgt er dafür, dass das Liedgut nicht völlig losgelöst dahinschwebt, sondern verleiht dem ganzen genau den richtigen Grad an Kernigkeit. Mitunter legt Herr Bunke auch mal richtig los mit seinem Viersaiter, so dass man bei Kompositionen wie „Rebound“, „It’s over“ oder „GPHH38“ einen gewissen Reginald Arvizu (aka. „Fieldy“ / KORN) vor seinem geistigen Auge zupfen sieht. Weniger auffällig agiert Mikael Raymond dann mit seiner Gitarre, unterstreicht und unterstützt den Sound seiner Kollegen aber äußerst angenehm. Auch mal schön, wenn ein Gitarrist nicht alle 2 Minuten mit einem Solo um die Ecke geprescht kommt.

„For the Present Purpose“ ist ein sehr gutes Alternative Rock-Album mit oben genannten Einflüssen, dem man seine schwedische Herkunft (positiver Weise) anhört. Für ein Debüt wahrlich abgeklärt präsentieren sich KOREA mit ihren ersten gut 37 vertonten Minuten, die vollends zu überzeugen wissen. „Insufficient Karma“, das schleppende „Self-deceiption“, das groovige „Above“ oder das träumerische „Me vs. You“ gehen mir wohl erstmal für länger Zeit nicht aus dem Kopf – und das sind längst nicht die einzigen Titel mit Hit- und/ oder Ohrwurmcharakter. Ein Album für viele schöne aber auch schmerzliche Stunden. Geht nah – aber auch nach vorne! Alles richtig gemacht, KOREA.

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