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KORPIKLAANI - Manala

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Artist KORPIKLAANI
Title Manala
Homepage KORPIKLAANI
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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9.0/10 (31 Bewertungen)

Dieses Mal also kein den Schnaps preisendes Lied!? Nach Titeln wie „Vodka“ oder „Tequila“ widmen sich KORPIKLAANI textlich vielmehr dem finnischen Nationalepos Kalevala und benennen ihre neue Platte nach dessen mythologischer Unterwelt „Manala“. Das ist vor allem für eine Band aus Suomi nicht neu. Bereits 1999 haben AMORPHIS ihr damaliges Werk „Tuonela“ getauft, ebenfalls ein Synonym für das Totenreich. Musikalisch betritt der „Waldklan“ ebenfalls keine neuen Pfade. So regiert auch auf der achten Veröffentlichung in erster Linie der für KORPIKLAANI typische Folk/ Pagan Metal.

Mit dem fröhlichen „Kunnia“ startet das Sextett sehr vielversprechend in den 13-Tracker. Weiter geht’s mit „Tuonelan Tuvilla“, das ebenfalls munter abgeht, groovt und zum Ende hin sogar für KORPIKLAANI Verhältnisse ungewöhnlich hart endet. Das cool stampfende und sehr eingängige „Rauta“ ist für mich das Highlight der Platte. Im Text geht es um das Schmieden, das musikalisch und im dazugehörigen Video visuell genial umgesetzt wurde. Dem thrashigen „Petoeläimen Kuola“ folgt das violinlastige und eher nachdenkliche „Synkkä“, bevor „Manala“ dann mit dem passend betitelten „Ievan Polkka“ wieder an Fahrt aufnimmt. Man hat mittlerweile das Gefühl, Achterbahn zu fahren. KORPIKLAANI nehmen nämlich mit dem ruhigen Instrumental „Dolorous“ gleich wieder die Geschwindigkeit raus, um dann mit „Uni“ erneut einen Zahn zuzulegen. Auch hier bieten sie ihren typischen Mix aus Akkordeon, Violine und Gitarre, der das Stück nach vorne treibt. Garniert wird das Ganze mit einem fröhlichen Mitsingteil. In eine ähnliche Kerbe schlägt das bereits zuvor als Appetizer veröffentlichte „Metsälle“. Das abschließende „Sumussa Hämärän Aamun“ beginnt hingegen mit einem schweren Riff, das mir irgendwie bekannt vorkommt und eine düstere Stimmung verbreitet. Beschlossen wird mein Promo-Exemplar mit dem Bonus-Track „Soil Of The Corpse“, der englischen Version von „Ruumiinmultaa“. Ein Vorgeschmack auf die Bonus-CD, die die englischen Versionen der Lieder enthält und von Nuclear Blast zusammen mit der originalen, auf Finnisch gesungenen Edition von “Manala” herausgebracht wird. Wobei ich finde, dass das überflüssig ist, da die Songs auf Finnisch besser rüberkommen. Wo wir schon dabei sind, Abzüge gibt es auch wieder einmal für das sehr kitschige Cover, das bei KORPIKLAANI leider seit 2006 Tradition hat.

KORPIKLAANIs Fans werden „Manala“ sowieso lieben, alle anderen Metaller, die mit den Jungs aus Lahti bisher nicht viel anfangen konnten, sollten zumindest die Höhepunkte („Kunnia“, Tuonelan Tuvilla“, „Rauta“ oder „Petoeläimen Kuola“) antesten. Die ruhigen und nachdenklichen Momente hätten die Finnen meinetwegen komplett weglassen können, da für mich ihre Stärke vor allem in den eingängigeren, heiteren Songs liegt. Vielleicht bei dem Manala-Thema aber nicht durchgängig möglich. Insgesamt liefert auch diese Platte wieder den Beweis, dass die finnischen Waldschrate regelmäßig in der Lage sind, gute Scheiben zu veröffentlichen. Man kann ihnen zwar vorwerfen, dass sie sich nicht großartig weiterentwickeln und zu sehr auf Schunkel-Sauf-Lieder setzen, aber warum denn nicht? Es muss im Metal ja nicht immer todernst zugehen. In diesem Sinne: „Iskeä Rauta!“

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