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KRAKOW - Amaran

VN:F [1.9.22_1171]
Artist KRAKOW
Title Amaran
Homepage KRAKOW
Label KARISMA/ DARK ESSENCE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Vor einiger Zeit haben die Norweger KRAKOW bei mir mit ihrem Zweitling “Diin” für helle Aufregung und überschwängliche Begeisterungsstürme gesorgt. Entsprechend gespannt habe ich bereits seit Monaten auf den nun vorliegenden Nachfolger gewartet. Das Warten, soviel sei vorweg genommen, hat sich definitiv gelohnt.

Erster Eindruck, der auch nach mehreren Durchläufen des auf den Namen „Amaran“ getauften Werkes Bestand hat: KRAKOW sind extremer geworden. Der mit starken Doom-Anleihen und – typisch norwegisch – angeschwärztem Stoner Rock durchsetzte Post Metal des Vorgängers verzeichnet anno 2015 noch deutlichere Ausschläge zu allen Seiten des ohnehin sehr vielseitigen Genres. Die ruhigen Momente des mit neuem Drummer ausgestatteten Quartetts sind noch schwelgerischer, die Noise-Attacken noch lärmiger, die Dunkelheit noch schwärzer als zuvor. Auf der einen Seite wirkt „Amaran“ dadurch sehr verschroben und sperrig. Andererseits scheinen die beschriebenen Faktoren eine Art gemeinsamen Nenner zu bilden, aus dem KRAKOW eine zusätzliche Portion eigener Identität beziehen. Das Resultat geht zwar längst nicht so schnell und direkt ins Ohr wie das mitunter hitverdächtige „Diin“, setzt sich dafür nachhaltig fest und zermartert selbst die durchtrainierteste Hirnrinde aufs Trefflichste.

Das zögerlich beginnende „Luminauts“ versucht einen zunächst noch in relativer Sicherheit zu wiegen, doch bereits nach wenigen Minuten zeigen die bedrohlich wabernden Zeitlupenriffs und der spannende Wechsel aus melodischem, beinahe süßlich schwärmenden Gesang und durchaus bösartigem, angenehm subtil abgemischten Geschrei seine Wirkung. Diese erste Warnung wird kontrastiert vom beinahe relaxt und einschmeichelnd daher kommenden „Atom“, das mit weitläufigen (Gitarren-)Soundsphären überzeugt und ein wenig an das umwerfende „Mound“ vom Vorgänger erinnert. In der Folge färbt sich die Szenerie in Form des aggressiven „Genesis“ schwärzlich. Spätestens an diesem Punkt hat dieses Monster von Album seine Zähne so tief in die Hypophyse gebohrt, dass man ihm nicht mehr entkommen kann. Diesen Umstand gewissenlos ausnutzend, rollen KRAKOW mit „Vitriol“ und „Pendulum“ quälend langsam zwei Doom-Monolithe heran, die dezent an A STORM OF LIGHT erinnern. Gegenwehr ist zwecklos, denn selbst wer diese tonnenschweren Gewichte schultern kann, wird anschließend von der Drone-Walze „Of Earth“ nieder gestreckt. Es besteht an dieser Stelle nur mehr die Möglichkeit, sich flach auf den Rücken zu legen und sich in entspannter Haltung von den unzähligen, ineinander verwobenen Klangfetzen und dem wunderschön hässlichen Stimmenwirrwarr das Fleisch von den Knochen nagen zu lassen. Belohnt wird diese Duldsamkeit mit dem abschließenden, von Wohlklang beseelten „Ten Silent Circles“, das einen geradezu federleicht (mit vereinzelten Turbulenzen) über vernebelte Wiesen schweben lässt; ein großartiges Finale eines höchst bemerkenswerten und sehr intensiven Albums.

Höchstpunktzahl.

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