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KRAUS - Deine Angstzustände lügen

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Artist KRAUS
Title Deine Angstzustände lügen
Homepage KRAUS
Label FREIBANK
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„Deine Angstzustände lügen“ ist das zweite Album von KRAUS, der Band von Mastermind Michael Krause. Beheimatet in Hamburg, machten die Punk-Chansonniers 2018 mit ihrem 35-minütigen Song „Eure Kinder“ und dem damit verbundenen, preisgekrönten Musikfilm von sich reden. Die Hanseaten servieren heuer 14 neue Songs, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Die geneigte Hörerschaft erwartet lyrisches, buntes, unverschämtes, kratzbürstiges und stets unvorhersehbares. Energie und Haltung gehören zwingend zu den live aufgenommen Songs dazu.

So verwundert es auch nicht, dass nach einem kurzen, live anmutenden Intro das erste Lied „Kaputt“ direkt an den Dancefloor bittet, während die erste Single, das nachfolgende „Mein Licht“ mit emotionalen Melodien übernimmt. Meine Lieblingszeile hier: „Ich würde gern mein Leben mit Dir ruiniern…“. Im Übrigen erinnern mich KRAUS nicht nur an dieser Stelle durchaus an den großartigen GISBERT ZU KNYPHAUSEN in Bandstärke. Derweil schlägt „Sex ist auch keine Lösung“ (feat. DIE NOWAK) atemberaubende Haken und provoziert „Erschlagt die Armen“ mit zynischen Synthie-Sounds. „Ich liebe Dich darf man erst nach der ersten Desillusionierung sagen“ gefällt mit einer minimalistischen Darreichungsform voller Gefühl, bevor der Titeltrack „Deine Angstzustände lügen“ mit abwechslungsreichen Hooks zu Herzen geht. „In zwanzig Jahren“ ist eine etwas spezielle Liebeserklärung, während „Yo Future“ mit der ach so schönen Zukunft hadert. „Schon so lang“ und „Heute Nacht“ gehen mit COLDPLAY-haften Soundwänden in die Vollen, wohingegen sich „So war das alles nicht geplant“ in Highspeed durch die Gehörgänge frisst. Das wunderbare „Wo der Pfeffer wächst“ erinnert mich einmal mehr an GISBERT ZU KNYPHAUSEN, der bestimmt auch schon sei einige Partys „Hinter der Küchentür“ gefeiert hat. KRAUS haben dieser ganz besonderen Feierlocation auf jeden Fall eine tolle Akustikhymne verehrt. Bleibt noch das intime „Alles außer Schlaf“, mit dem die Platte mit einem wohligen Seufzen endet.

„Deine Angstzustände lügen“ sollte man nicht einfach nur nebenher hören, sondern den Texten die ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie eindeutig verdient haben. Die Instrumentierung belohnt die Zuhörer*innen zusätzlich noch mit zahlreichen Details und einer Tatkraft, die ebenso filigran wie geradlinig ist.

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