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KRIEG - The Black House

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Artist KRIEG
Title The Black House
Homepage KRIEG
Label RED STREAM
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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“Black Metal ist Krieg” hat ein (schlauer?) Zeitgenosse mal gesagt und wenn ich mir vorliegende CD zu Gemüte führe, dann wird dieses Statement auf bizarre Art und Weise zur Doktrin. Schon die Aufmachung in stilvollem „Schwarz-Weiss“ macht deutlich, dass hier kein Kaffeekränzchen auf den geneigten Hörer wartet. Viele biografische Informationen liegen mir über die US-amerikanische Formation nicht vor, ganz im Geiste des Undergrounds. KRIEG, das sind im wesentlichen Imperial („Gesang“ und Kompositionen) sowie Phaedrus (Gitarren), die hier mit 2 weiteren Recken einen kühnen Hassklumpen in die Welt gesetzt haben, übrigens bereits ihr dritter Longplayer. Und wenn ich lese, dass man hier im Gegensatz zu den Vorgängern „The Church“ und „Destruction Ritual“ auf einen eingängigeren Sound setzt, dann möchte ich die Vorgänger gar nicht hören… oder doch?

Jedenfalls besteht keine Gefahr, dass man hier irgendwie ausgewimpt klingt, ganz im Gegenteil. Konzeptionell geht es um das titelgebende „schwarze Haus“, eine Kindheitserinnerung an einen perversen Ort, wo jeder Raum eine weitere Stätte der Folter darstellte. Nach einem bedrohlich langsamen Intro gibt es erst mal drei relativ unspektakuläre, aberwitzig schnell gespielte Black Metal Songs auf die Ohren, bei denen das Wort „Abwechslungsreichtum“ eher klein geschrieben wird. Dann aber steigt die Qualität rapide, im Mittelpunkt dabei das Kernstück: „Fallen Princes…“, eine richtig spannende Nummer, bei der unter die raue Oberfläche eine eingängig perlende Gitarrenmelodie gelegt wurde, gerade so laut, dass man sie bewusst wahrnehmen kann. Ebenfalls interessant: Das darauffolgende Instrumental und „Sickening Voices without Speech“, wo man vergleichsweise groovige Midtempo Parts integriert hat. Nebenbei gesagt verfügt Imperial über ein bestialisch misanthropisches Organ, das teilweise schon fast unheimlich daher kommt. Hier sind definitiv Überzeugungstäter am Werk. Umso mehr überrascht die Wahl der Cover Version, denn „Venus in Furs“ von VELVET UNDERGROUND erwartet man eigentlich nicht im Repertoire einer Black Metal Combo. Im Booklet findet man sehr interessante Anmerkungen dazu, den eingefleischten Old School Fanatikern wird hier ein großes „Fuck you“ zugeraunzt und die künstlerische und emotionale Bedeutung von VU hervorgehoben. Und das Stück ist auch noch richtig klasse (und bizarr) ausgefallen, abartiger Gesang in Verbindung mit ruhiger Psychedelik.

Eine Scheibe für Leute, die wissen, worauf sie sich einlassen. Spieltechnisch sicher noch ausbaufähig und die Drums kommen so gut wie gar nicht zur Geltung, aber der „Spirit“ stimmt definitiv und der eingeschlagene Weg hin zu wiedererkennbaren Parts ist mit Sicherheit der richtige. Eine Hälfte „normales“ Geschreddere plus eine Hälfte Inspiration ergeben ein ordentliches Gesamtbild zwischen DARKTHRONE und JUDAS ISCARIOT.

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