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KRONTHALER - The Living Loving Maid

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Artist KRONTHALER
Title The Living Loving Maid
Label SONY
Leserbewertung
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8.7/10 (3 Bewertungen)

Beim Bandnamen KRONTHALER muss ich spontan an eine alpine Volksmusikcombo denken, doch davon sind Theresa Kronthaler, eine deutsche Mezzosoranistin und ihre beiden Mitstreiter, der finnische Jazzgitarrist Kalle Kalima und der deutsche Kontra- und E-Bassist Oliver Potratz weit entfernt. Auch lässt das Cover nicht unbedingt auf volkstümliche Musik schließen, vielmehr verbindet das schwarz gekleidete Trio sehnsuchtsvolle Barock-Arien mit modernem Pop-Klang.

„The Living Loving Maid“ ist das Debütalbum des Dreiers, der sich vor einiger Zeit in Berlin gegründet hat. Durchaus mit Bedacht und einem Augenzwinkern haben die Musiker ihren Silberling nach einen LED-ZEPPELIN-Song benannt und präsentieren Arien und Lieder von Claudio Monteverdi, dem wohl innovativsten Komponisten des Frühbarock, und Henry Purcell, dem englischen Impulsgeber des Hochbarock, in neuem Gewand. Hinzu kommen Kompositionen von Georg Friedrich Händel sowie Girolamo Frescobaldi und Emilio de’ Cavalieri, die beide im Frühbarock wirkten. Mit den stilistischen Mitteln der Moderne, sprich E-Gitarre, E-Bass und programmierten Sounds, holen KRONTHALER die barocken Klänge in die Gegenwart. Es sind Kalimas luzide E-Gitarrenklänge und Potratz‘ wundersam fließende Bassläufe, die Theresa Kronthalers Stimme alle Entfaltungsmöglichkeiten bieten und die Arien so ätherisch und magisch wirken lassen. Bei einigen Stücken beleben Percussion, Violine und Violoncello das Klangbild um zusätzliche Farben.

So modern und erfrischend, so nah am heutigen Klangverständnis hat man die Welt des Barock noch selten neu entdecken können. Nennen wir es Barockmusik mit avantgardistischem Pop-Appeal – sicher keine tägliche Kost für den Terrorverlag-Leser, aber vielleicht mal ein ganz interessanter Ausflug in andere, abseitige musikalische Gefilde.

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