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KRYPTERIA - My Fatal Kiss

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Artist KRYPTERIA
Title My Fatal Kiss
Homepage KRYPTERIA
Label ROADRUNNER
Leserbewertung
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5.8/10 (17 Bewertungen)

Die seit fünf Jahren in unveränderter Besetzung spielende deutsch-koreanische Formation KRYPTERIA hat nach ihrem Album „Bloodangel’s Cry“ 2007 erneut einen Studioaufenthalt hinter sich und präsentiert mit „My Fatal Kiss“ ein neues Werk. Für die Songs haben sie sich richtig Zeit genommen und in vielen Konzerten von Asien bis Amerika die Fans um sich gescharrt. In Deutschland waren die in Köln ansässigen Musiker beispielsweise beim Wacken Open Air und beim M’era Luna anzutreffen. Als roter Faden sowohl des Albums als auch der Bühnenshow zieht sich der Kampf gegen die eigenen Dämonen, der immer währende Kampf zwischen Gut und Böse. Das Album zusammen mit allem Drumherum als Gesamtkunstwerk soll Ausdruck ihres künstlerischen Perfektionismus sein. Geschafft haben sie es mit den Partnern Onfire und Roadrunner, bei denen sie seit letztem Jahr unter Vertrag sind.

Die Scheibe startet mit dem harten Knallen der Gitarren in „Ignition“, bis dann nach wenigen Sekunden der Gesang der Frontfrau einsetzt und das ganze scheinbar sanfter werden lässt. Kurz vor dem Ausklang werden mit dem choralen Gesang weitere Höhen erklommen, bevor der Titel abrupt beendet wird. Auch beim Titelsong geben die Gitarren und das Schlagzeug den Ton an. Einzelne Passagen und die Stimme werden immer wieder von flüsterndem Sprechgesang untermalt. Der Klang eines Klaviers stimmt in „Why (Did You Stop The World From Turning)” auf eine Ballade ein. Doch nach dreißig Sekunden wird es alsbald wieder kraftvoller, bis es dann im Refrain geradezu rasant klingt. Und doch immer wieder besinnliche Stimmen, Gitarren und das Klavier. Wenn man auf dem Album eine Ballade finden möchte, dann kann es nur dieser Titel sein. Mit einem Touch Mystik startet „For You I’ll Bring The Devil Down”, um dann sehr schnell in die Vollen zu gehen. Ein voluminöser Backgroundchor ergänzt in langen Passagen die Sängerin. Glockenschläge und das melodische Auf und Ab von Wesen, die aus dem Grab heraus auf sich aufmerksam machen, dazu das Flüstern einer Stimme. Mit schnellen Rhythmen wird „Deny” vorgetragen. „The Freak In Me” wiederum wird zum wiederholten Male mit einem Klavier angestimmt. Die leicht mit einem Echo verzerrte Stimme von Ji-In wird durch das eiserne Hämmern der Gitarren unterstützt. Der Klang eines Glöckchens stimmt nun auf ein Kinderlied ein. Doch es hält nur zwanzig Sekunden, dann ist es bei „Dying To Love” mit den sanften Klängen zu Ende. Lediglich in einem kleinen Intermezzo kommt noch eine Violine ins Spiel, bis dann am Ende wieder „geglockt“ wird. Irgendwie hat dieser Track etwas von dem Horrorautor Stephen King und seinen Geschichten. „Shoot Me” hingegen hält sich nicht mit einem Vorspiel auf. So wie der Titel „God I Need Someone” ein Hilferuf darstellt, so werden dafür auch sanfte Töne angeschlagen. Gezupfte Gitarre und Streicherklänge unterstützen den Gesang, der deshalb nicht weniger kraftvoll wirkt. Das Stampfen der Gitarren, welches an Maschinengewehrfeuer erinnert, bestimmt „Now (Start Spreading The Word)”, obwohl die Melodie des Textes durchaus einen schlichteren Rhythmus anstimmt. Dazu ein langes Zwischenspiel, in welchem sich die Instrumente, insbesondere die Gitarre, präsentieren können. Schnelles Hämmern sowie leicht ins Mystische/ Orientalische abdriftender Gesang bilden die Grundlage von „Head First Into A Sea Of Flames”, bei dem im Hintergrund die Sirenen der Feuerwahr zu hören sind. Bei „Too Late, Game Over and Goodbye” hat sich die Frontfrau männliche Hilfe beim Gesang hinzu geholt. Durchaus erfrischend bietet dieser Track damit etwas Abwechslung, nachdem sich das Gehör bereits auf die weibliche Stimme eingestellt hat.

KRYPTERIA werden bestimmt weiter von sich hören lassen. Die eingängigen Melodien, die immer wieder ins Ohr gehenden Refrains, der orchestrale Backgroundchor und die häufig abrupten Abbrüche eines Titels sind das Charakteristische dieses Albums. Selbst die Kompositionen, die grenzwertig als Balladen tituliert werden könnten, sind äusserst heavy und mit einem Takt versehen, der es unmöglich macht, sich im Sessel zurückzulehnen. Dabei ist es die durchaus weiblich klingende Stimme, die trotz des harten Gesangs immer wieder Sanftheit ins Spiel bringt. Was allerdings für den einen Genuss sein mag, ist für den anderen Monotonie. Obwohl jeder Titel für sich genommen sehr stark und eine besondere und eingängige Melodie aufweist, gibt es auf Dauer wenig Innovatives. Mich persönlich hat es nicht gestört und ich hebe den Daumen für diesen starken Female Metal-Sound.

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