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KYLA LA GRANGE - Ashes

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Artist KYLA LA GRANGE
Title Ashes
Homepage KYLA LA GRANGE
Label SONY
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

KYLA LA GRANGE kommt aus der Dienstleistungs- und Automobilmetropole Watford im Nordwesten Londons und darf sich damit rühmen, in der gleichen Gegend wie SPICE GIRL Geri Halliwell und die Jungs der berüchtigten Hardcore-Kapelle GALLOWS aufgewachsen zu sein. Eine besonders glückliche Kindheit war es aber wohl nicht, welche die Tochter einer südafrikanischen Mutter und eines simbabwischen Vaters dort verbrachte, was dazu führte, dass sie sich überwiegend mit Dingen beschäftigte, die sie allein machen konnte: z.B. Bilder malen oder Songs schreiben.

Elf ihrer Songs hat die 26-jährige auf ihrem Debüt „Ashes“ zusammen getragen. Ihre Landsleute nennen ihre Musik „Angstpop“ und tatsächlich handeln die emotionsgeladenen Lieder häufig von deprimierenden Dingen, doch selten klang Finsternis so süß. Mit dem Opener „Walk Through Walls“ scheint die Dame allerdings noch auf Nummer sicher gehen zu wollen, denn ebenso wie beim folgenden „Courage“ bleibt der Sound noch etwas unentschlossen, ganz so, als würde Kyla ihren eigenen Fähigkeiten nicht trauen. Dazu besteht jedoch wahrlich kein Grund, wie sie schließlich mit „I Could Be“ unter Beweis stellt. Die Instrumentierung rückt in den Hintergrund und wird gleichzeitig geradliniger, während die einzigartige Stimme La Granges das Sagen übernimmt. Florence Welch und Lykke Li fallen mir in diesem Zusammenhang ein – gute Referenzen, aber keinesfalls Sängerinnen, hinter denen sich KYLA LA GRANGE verstecken muss. Beim düsteren „To Be Torn“ schrauben sich die Vocals in Höhen, die an KATE BUSH denken lassen, wohingegen Schlagzeug und Gitarre Tiefe schaffen, was in Gänze eine wunderbare Atmosphäre mit sich bringt. Die beschwingte Single „Vampire Smile“ hat das Zeug zum Ohrwurm, mit dem es auch einmal treibend zur Sache geht, ehe „Woke Up Dead“ erneut in dunkle Untiefen abtaucht, die den geneigten Hörer wohlig umfangen. „Been Better“ schließt sich nicht weniger gefühlvoll, aber mit einem Hauch Hoffnung und einer präsenten E-Gitarre an, während „Heavy Stone“ als fragile Piano-Ballade daherkommt und „You Let It Go“ zunächst atemloser Unruhe vermittelt. Mit zunehmendem Tempo wird aus dieser Unruhe eine unerklärliche Mystik, die in „Catalyst“ gar hymnische Ausmaße annimmt. Ungewohnte elektronische Loops eröffnen das finale „Lambs“ und ist der Rhythmus nicht der von „Bis zum bitteren Ende“ der TOTEN HOSEN? Mit dem Sauflied der Düsseldorfer hat „Lambs“ allerdings nichts zu tun. Vielmehr beschließt KYLA LA GRANGE ihren Erstling mit leisen, dabei aber sehr eindringlichen Klängen, die ihresgleichen suchen und zudem noch mit einem Hidden Track gekrönt werden.

„Ashes“ ist von dunkler Schönheit, die gänzlich ohne Pathos und große Gesten auskommt. Dass Miss La Grange bei ihren ersten Open-Mic-Auftritten nur auf den Boden gestarrt hat, passt durchaus zu der getragenen Musik, aber die Gute hat definitiv keinen Grund, sich zur verstecken. Vielmehr machen sich eine facettenreiche Stimme und tolles Songwriting auf, sanft den Beladenen und Mühevollen Trost zu spenden.

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