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KYLE CRAFT - Dolls of Highland

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Artist KYLE CRAFT
Title Dolls of Highland
Homepage KYLE CRAFT
Label SUB POP
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

KYLE CRAFT wuchs in einer winzigen Stadt in Louisiana an den Ufern des Mississippis auf, wo er seine Zeit damit verbrachte, Alligatoren und Klapperschlangen zu fangen, anstatt Football oder Gitarre zu spielen. Den Ausschlag, selbst Musik zu machen, gab irgendwann ein zufälliger Ausflug in den örtlichen Supermarkt, wo eine Hitsammlung von DAVID BOWIE sozusagen nur auf ihn wartete. Keine Ahnung, wie lange das jetzt her ist, aber inzwischen hat Mr. Craft sein erstes eigenes Album am Start, das im Wesentlichen in der Wachküche eines Freundes entstanden ist.

Das war in Shreveport, der drittgrößten Stadt Louisanas, der gute Kyle ist also nicht immer in seinem Heimatkaff geblieben, ob er allerdings schon mal im von ihm temperamentvoll besungenen „Berlin“ war, entzieht sich meiner Kenntnis. Was ich jedoch weiß, ist, dass der Mann kein Freund leiser Töne ist. Gleich mit dem Opener „Eye of A Hurricane“ bearbeitet er das Ragtime-Piano mit der nötigen Inbrunst, die sich auch in seinem schmetternden Gesang wiederfindet. In diesem Sinne schließt sich dann auch das swingende „Lady of The Ark“ an und auch „Gloom Girl“ sorgt mitsamt kräftigem Gebläse dafür, dass es im Karton – wenn auch im gemächlichen Tempo – ordentlich rappelt. Dagegen wirkt das flirrende „Trinidad Beach (Before I Ride)“ geradezu melancholisch, doch die Stimmung hellt mit dem folgenden „Future Midcity Massacre“ (trotz des Titels) alsbald wieder auf. Ein wenig aus dem Konzept fällt bei diesem ganzen Frohsinn der Titeltrack „Dolls of Highland“, der zwar ebenso rhythmusbehaftet ist, wie die übrigen Lieder, aber gleichzeitig auch einen Hauch Südstaaten-Wehmut einfließen lässt. Allerdings auch nur, um nahtlos auf das beschwingte „Jane Beat The Reaper“ überzuleiten und an dieser Stelle fällt mir dann auch ein, an was mich die Musik schon die ganze Zeit erinnert: an die Rocky Horror Show! „Dolls of Highland“ bringt die gleiche bombastische Dramatik mit, die man von Frank N. Furter und Konsorten kennt! Das ändert sich auch beim finalen „Three Candles“ nur noch begrenzt. Die Nummer ist zwar insgesamt etwas getragener, aber immer noch mit ziemlich exaltierten Vocals gesegnet.

Wobei Fluch und Segen bei KYLE CRAFT und „Dolls of Highland“ ziemlich nahe beieinander liegen. Man muss den leicht überdrehten Style des blonden Wuschelkopfes schon mögen, um über die knapp 45 Minuten bei der Stange zu bleiben. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir jedenfalls etwas mehr Zurückhaltung gewünscht. Dass er das auch kann, hat Kyle am Ende ja durchaus bewiesen.

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