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LA CONFIANZA - Epochenjäger

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Artist LA CONFIANZA
Title Epochenjäger
Homepage LA CONFIANZA
Label EIGENPRODUKTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Wer denkt, dass man seine politische Meinung in musikalischer Form nur dann rüber bringen kann, wenn man sich die zerrissenen Karohosen anzieht, die Mähne zu einem formschönen Iro trimmen lässt und das ganze dann „Punk“ nennt, sollte sich definitiv weiterbilden, denn bereits 2007 wurde LA CONFIANZA (zu deutsch „Die Zuversicht“) in der idyllischen Kleinstadt Münchberg gegründet. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen LIMP BIZKIT, DOG EAT DOG und RAGE AGAINST THE MACHINE, vermischt in den Texten jedoch deutsche und englische Sprache. Als Crossover oder Rapcore Band ist es immer schwer, aus der breiten Masse herauszustechen und daher muss schon ordentliche Arbeit abgeliefert werden, um wirklich Aufsehen zu erregen. Dies versucht das Quartett mit dem ersten Longplayer „Epochenjäger“ zu erreichen.

Den Beginn markiert wie nicht weiter überraschend ein Intro, das nahtlos in den Titeltrack übergeht. Schon hier wird klar, dass man durch die Texte eine politische Aussage machen will („Soldaten! Still gestanden! In den nächsten Minuten gibt es eine Lektion zum Thema Krieg“). Wie bereits angemerkt, vermischt man deutschsprachige und englischsprachige Lyrics, wobei ich dazu sagen muss, dass mir das Gesamtkonzept besser gefallen würde, wenn man nur in der Muttersprache (deutsch) singen, schreien und rappen würde, da der Sprechgesang in englischer Sprache meiner Meinung nach ein wenig unbeholfen klingt. Dennoch muss ich sagen, dass die Stimmung, die das Quartett verbreitet, sehr positiv und mitreißend aus den Boxen schallt. Die Jungs haben halt wirklich was drauf, was man auch wieder bei „SozialSTASI“ feststellen kann. Textlich erschafft man ein Szenario wie in dem Roman „1984“ von George Orwell, da man über die totale Überwachung eines jeden Bürgers wettert. Man haut zwar nie die übermäßig fetten Riffs heraus, ist aber auch nicht nötig, würde wahrscheinlich sogar das Gesamtkonzept ein wenig zerstören. Stimmlich hingegen zeigt Frontmann Manifou all seine Facetten, so wird gerappt, gesungen und geshoutet und letzteres wirklich anständig, was jetzt nicht heißen soll, dass alles andere minderwertig wäre, doch für eine HipHop-Rock Crossover Band sind anständige Shouts schon eine Seltenheit. Mein persönlicher Lieblingstrack der Kapelle ist allerdings „Unwissen begreifen“, weil dieser ein wenig nach „heile heile Welt“ klingt, textlich jedoch genauso ernst ist, wie jeder andere Track der Platte.

Ich muss aber leider konstatieren, dass mich „Epochenjäger“ nicht so ganz aus den Socken gehauen hat. Ich begrüße natürlich, dass man sich politisch engagiert und das dann mit Hilfe von Musik unter die Leute bringen will, doch man muss ganz einfach sagen, dass es Crossover- und Rapcore Bands wie Sand am Meer gibt. Mir fehlt das gewisse Etwas, dass die Songs abrundet. Ich will nun aber auch nicht alles schlecht machen. Man hat wirklich eingängige Riffs fabriziert, die zum mitnicken einladen. Am Mic hat man jemanden gefunden, den ich spontan mit Zack de la Rocha (RAGE AGAINST THE MACHINE) vergleichen würde. Alles in allem würde ich die Platte eher Menschen empfehlen, die auf Bands wie die bereits genannten DOG EAT DOG oder RATM stehen. Jeder, der ein Revoluzzer Herz in sich trägt, darf auch beherzt zugreifen. Für Fans aus dem Metal-Lager würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Man sollte sich den Silberling einfach mal anhören, bevor man kauft.

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