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LA ROUX - Trouble in Paradise

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Artist LA ROUX
Title Trouble in Paradise
Label POLYDOR
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Man soll es kaum glauben, aber es ist tatsächlich schon fünf Jahre her, seit LA ROUX das titellose Debütalbum vorlegte und mit der fulminanten Single „Bulletproof“ einen Song ablieferte, der so klang, als sei er mitten aus der Jahreswende 1979/80 aus den Charts ins Jahr 2009 teleportiert worden. Für eine Weile war das damalige Duo eine lebende Hommage an die frühen Tage des britischen New Wave, aber dann wurde es still… und es blieb still. So still, dass man LA ROUX schon hatte abschreiben wollen… na ja, weniger „wollen“, eher „müssen“. Der Grund für die lange Pause war dann aber weder chartsbedingt noch eine Folge des Desinteresses an neuem Material, vielmehr zwangen gesundheitliche Probleme die vom Erfolg überforderte Frontfrau Elly Jackson zu diesem erfreulicherweise nur vorübergehenden Rückzug aus der Öffentlichkeit.

Und jetzt ist es endlich da, das Nachfolgealbum zum gelungenen Debüt, und es trägt den Titel „Trouble in Paradise“. Das Erfreulichste gleich vorweg: Das Warten hat sich immerhin gelohnt. Zwar ist LA ROUX inzwischen zum Ein-Frau-Projekt geschrumpft, aber ehrlich gesagt merkt man davon überhaupt nichts. Was natürlich nicht heißen soll, dass sich das neue Album genauso anhört wie das erste. Es ist nur eben so, dass Miss Jacksons Stimme das prägende Element der Songs ist, und das ist auch gut so, um LA ROUX etwas Unverwechselbares zu geben. Musikalisch bewegt sich „Trouble in Paradise“ genauso wie der Vorgänger im Dunstkreis des New Wave-Sounds, aber im Gegensatz zu anderen Künstlern liefert LR wie gewohnt nicht etwas ab, was irgendein Produzent für typisch 80er Jahre hält (was es genau genommen ebenso wenig gibt wie einen typischen Sound der 90er oder anderer Jahre). Darum klingt es nicht abgekupfert, sondern wieder so authentisch, wie in jener Zeit entstanden, als der Synthesizer die Charts eroberte und eine akustische gegenseitige Befruchtung Musiker zu klanglichen Höhenflügen anspornte.

Die erste Single „Uptight Downtown“ hat schon erahnen lassen, was „Trouble in Paradise“ bringen würde, und im Gegensatz zu manch anderen Alben der jüngsten Zeit (als extremste Beispiele fallen mir spontan LANA DEL REY und PALOMA FAITH ein) bleibt das Album nicht hinter den Erwartungen zurück, die mit der Single geweckt werden. Neben „Uptight Downtown“ ragen vor allem „Kiss and Not Tell“ und „Sexotheque“ heraus, aber eben nur ein kleines Bisschen, damit hier nicht der Eindruck entsteht, der Rest wäre eher zweitrangig. Nach wie vor ist es aber auch so, dass LA ROUX sich stilistisch zwar an einer Zeit orientiert, die über 30 Jahre her ist, trotzdem klingt das nie antiquiert – allerdings klingen die Songs der wirklich guten Interpreten aus jenen Tagen bis heute auch nicht antiquiert.

Vorsorglich möchte ich an dieser Stelle eine große Portion Genesungswünsche an Miss Jackson übermitteln, die sie sich prophylaktisch zu Herzen nehmen sollte, damit es nicht wieder eine so lange Pause gibt, bis ihr drittes Album erscheint.

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