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LACSON - 1234567Days

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Artist LACSON
Title 1234567Days
Homepage LACSON
Label MONSTER ARTISTS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Die Promo-Firma bewirbt LACSON als neue Band des GUANO-APES-Drummers Dennis Poschwatta, dabei ist der erst im Nachgang zu dieser Kapelle gestoßen, die ganz streng genommen ursprünglich das Ein-Mann-Projekt des Schweizer Singer-/ Songwriters Raphael Krauss war. Nach allerlei Ausflügen in die weite (Musik-)Welt, hatte er die Combo 2009 gemeinsam mit dem Bassisten Beat Diesel LACSON aus der Taufe gehoben. Dennis hatte sich zwischenzeitig ein eigenes Studio zugelegt und arbeitete als Produzent, wurde auf das Duo aufmerksam und lud die beiden zu Probeaufnahmen ein. Das Ende vom Lied war, dass Poschwatta dauerhaft hinter der Schießbude Platz nahm und schließlich der Studiotechniker Godi Hildmann die Truppe am zweiten Sechssaiter komplettierte.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit hört auf den Namen „1234567Days“ und beschert dem Hörer sauber produzierten, eingängigen Alternative. Dass Kollege Krauss sich in der Vergangenheit mit den Vorgaben der Major-Plattenfirmen schwer getan hat, vermag man beim Hören der 13 Songs gar nicht glauben, denn das Material sollte eigentlich von jedem A&R dankend abgenickt werden. Gleich der Opener „Hold Me“ bringt die nötige Portion Ohrwurm-Charakter mit und auch das folgende „Tell Me“ macht mit viel Melodie Druck. „Cold Ocean“ setzt zumindest am Anfang etwas mehr Brachialität ein, findet jedoch alsbald in unverfängliche Alternative-Rock-Gefilde zurück, bevor mit „Hurt“ der Tieftöner ausdauert grummelt, während man es ansonsten ein wenig ruhiger angehen lässt. Im Andenken an alte Straßenmusiker-Zeiten (bereits mit 16 Jahren zog der ziemlich antiautoritär aufgewachsene Raphael allein mit seiner Gitarre durch Frankreich) startet „You“ instrumental, um später auch die Jungs an den elektrisch verstärkten Instrumenten mit ins Boot zu holen. Etwas aus der Reihe tanzt derweil das reduzierte „Jerusalem“, ehe der Titeltrack „1234567Days“ unbeschwert und mit einem Hauch Folk-Pop noch vorn prescht. „Act the Innocent“ schlägt alsbald wieder eine härtere Gangart ein, um mit dem „Newborn Hero“ erneut eine Spur Straßenmusik-Feeling zu verbreiten. „Reason To Live“ setzt wenig später auf bewährte Alternative-Zutaten, um sich mit der Power-Ballade „This is The End“ von der weichen Seite zu zeigen. Für meinen Geschmack wird’s auf „1234567Days“ allerdings erst dann wirklich interessant, wenn der Bombast in den Hintergrund tritt und die Musiker sich wie bei „Little Town“ aufs Wesentliche beschränken.

Von Songs dieser Sorte hätte ich mir eindeutig mehr gewünscht, wobei der Bonus-Track „1234567Täg“ in Schwiizerdütsch ein nettes Goodie ist. Alles in Allem ist der LACSON-Erstling zweifellos gut gemacht; ich hätte mir jedoch noch ein paar Sound-Überraschungen gewünscht. In Sachen Mainstream-Tauglichkeit sind die vier Jungs mit dieser Scheibe definitiv ganz weit vorn, machen sich mit ihrer Mucke gleichzeitig aber auch ein wenig austauschbar.

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