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LAGWAGON - Railer

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Artist LAGWAGON
Title Railer
Homepage LAGWAGON
Label FAT WRECK CHORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Zurück zum Sound der Anfangstage! Diese Parole haben LAGWAGON im Zusammenhang mit ihrem brandneuen Silberling „Railer“ herausgegeben. Das Cover lässt in diesem Zusammenhang auch den Nichtkenner ahnen, dass es um Skatepunk gehen könnte. Und so feiern Joey Cape (Gesang), Chris Flippin (Gitarre), Chris Rest (Gitarre), Jesse Buglione (Bass) und Dave Raun (Schlagzeug) nicht nur die Musikkassette, sondern auch ihre bald 30-jährige Bandgeschichte.

Die Kalifornier wissen natürlich ganz genau, wie der Hase läuft und so macht es Spaß, zu hören, dass die Band bei aller Routine nicht die Spielfreude verloren hat. Insofern erwarten den geneigten Hörer zwölf knackig-kurze Tracks, die über knapp 36 Minuten für ordentlich Drive sorgen. Die Idee, sich am Sound der Nineties zu orientieren, kam LAGWAGON-Mastermind Joey Cape, nachdem er mit „Bubble“ den ersten Track für „Railer“ geschrieben hatte. Mit dem Hintergedanken, ein Lied zu komponieren, welches nicht nur nach früher klingen würde, sondern sich auch noch so anfühlte, bediente sich Cape vieler bestens erprobter Elemente des LAGWAGON-Backkatalogs. Ein Experiment, welches zu seiner vollsten Zufriedenheit aufging und auch die Fans begeistern wird. Den Gitarren wird viel Raum gegeben und es geht überhaupt ziemlich straight nach vorn. Dabei scheuen sich die Amis nicht, kritische Töne anzuschlagen und offensichtlich haben sie bei ihren Touren durch deutschsprachige Konzert-Venues auch ein paar Brocken der Landessprache aufgeschnappt. Zumindest heißt einer der treibendsten Tracks „Auf Wiedersehen“; verabschiedet wird sich jedoch mit dem temporeichen „Faithfully“.

Zwischendurch verlegen sich die Herrschaften aber auch mal auf ruhigere Töne und verpflichten dafür auch gleich man den Nachwuchs (Violet Cape, die von Mia Heather unterstützt wird), doch natürlich ist das liebliche Gesangsintro von „Parable“ nur der Auftakt für das ganz große Gebolze, auch wenn es am Ende noch mal vergleichsweise gefühlig wird. Ähnliches gilt auch für „The Suffering“, das sich eine lange Einführung mit Spoken Words gönnt. Hier wird der englische Philosoph Bertrand Russell zitiert, ehe es abermals eine volle Breitseite gibt – auch so kann man seine Verehrung ausdrücken. Selbige möchte ich an dieser Stelle auch LAGWAGON für „Railer“ andienen, denn zweifellos haben die Skatepunk-Altvorderen mit ihrem jüngsten Streich alles richtig gemacht. Das knackige Dutzend ist nicht einfach retro, sondern absolut frisch und zeitgemäß ausgefallen. Diese Kapelle ist eindeutig in Würde gealtert und trotzdem jung geblieben!

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