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LAMB OF GOD - VII: Sturm und Drang

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Artist LAMB OF GOD
Title VII: Sturm und Drang
Homepage LAMB OF GOD
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

In den drei Jahren seit „Resolution“ ist alles Mögliche passiert, aber Ruhe ist um LAMB OF GOD wahrlich nicht eingekehrt. So war die Band immer wieder auf Achse, Drummer Chris Adler heuerte als Nebenjob bei MEGADETH an, man folgte als weitere Band neben u.a. MACHINE HEAD und SOULFLY A&R-Guru Monte Connor von Roadrunner zu Nuclear Blast und als „Krönung“ musste sich Shouter Randy Blythe noch mit einer Inhaftierung inkl. Anklage wg. Totschlags aus dem Jahr 2012 rumschlagen, weil ein Fan in Tschechien unerlaubt auf die Bühne kam und von Blythe von eben dieser unsanft wieder runter befördert wurde, bei dem Sturz schwere Verletzungen erlitt und diesen später erlag. Also wird es wieder dringend Zeit, sich auf Musik zu konzentrieren und das packen LAMB OF GOD nun mit „Sturm und Drang“ an.

Und diese VÖ ist deutlich von den Erfahrungen Blythes geprägt. So wurde der brachial einsteigende, desweiteren schwer nach vorne pumpende und mit einer packenden Hook versehende Opener „Still Echoes“ von der Guillotine im Vorraum des tschechischen Gefängnisses inspiriert. „512“ war die Zellennr. des Shouters und kommt als düster-groovendes, fast nachdenkliches Epos daher. Stichwort episch, wenn Mr. Chino Moreno (DEFTONES) als Gastsänger an den Start geht, kann es eigentlich nur pompös werden. So prescht „Embers“ zwar erst thrashig nach vorne, bringt aber dann ein herausragenden Refrain, bei dem sowohl Blythe überraschende melodische Facetten offenbart und später dann Moreno unvergleichlich für Gänsehaut-Momente sorgt! Genug Gefühlsduselei. „Footprints“ stampft dann wieder mit typischen LOG-Riffgewittern der Morton/Adler-Fraktion und dem vielseitigen Drumming von Chris Adler unwiderstehlich nach vorne. Dazu klingt Blythe‘ Stimme mittlerweile deathiger denn je!

Der kantige Shouter kann aber auch anders! So hat er bei „Embers“ bereits melodische Facetten gezeigt, aber bei „Overlord“ geht es dann doch zuweit. Zwar ist der Song schön sleazig gelungen, klingt aber wie ein Möchtegern- HELLYEAH meets DOWN-Versuch und das können besagte Bands dann doch deutlich besser! Mit „Anthropoid“ und „Delusion Pandemic“ geht’s aber wieder typisch LAMB OF GOD mit ordentlicher SLAYER-Schlagseite und mächtig viel Dampf im Groove-Kessel auf die 12. „Engage the Fear Machine“ unterstreicht dann den deutlich stärkeren Melodic Death-Einfluss, der vor allem aus Schweden zu kommen scheint. Diese Riffings könnten durchaus aus dem THE HAUNTED-Lager stammen! Zum Abschluss wird es noch mal episch. So tritt bei „Torches“ Greg Puciato (THE DILLINGER ESCAPE PLAN) in Erscheinung, hält sich bei dem düster-getragen anfangenden Epos, welches sich nach und nach in eine Dampfwalze mit ordentlich Groove entwickelt, allerdings vornehm im Hintergrund. Eher fallen hier die recht verspielten Soli der Axt-Fraktion auf.

LAMB OF GOD sind wieder da und haben ordentlich Druck im Kessel. Dieser entlädt sich in einer etwas deathigeren Ausrichtung und den ungewohnten und neuen Nuancen in „Overlord“, „Embers“ und auch „Engage the Fear Machine“. Nachdem „Wrath“ und „Resolution“ zwar ordentlich knallten, aber deutlich nicht an „Sacrament“ heranreichten, kommen die Amis mit „Sturm und Drang“ mit spürbar neuer Motivation daher, die mehr als neugierig auf die Zukunft macht!

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