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L’ÂME IMMORTELLE - 10 Jahre

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Artist L’ÂME IMMORTELLE
Title 10 Jahre
Homepage L’ÂME IMMORTELLE
Label SONYBMG
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

Was erwartet man eigentlich standardmäßig von einer Best of-CD? Mindestens: Eine Zusammenstellung von Hits einer Band. Optimal: Eine Zusammenstellung liebevoll ausgesuchter Hits einer Band. Was darüber hinausgeht, ist purer Luxus. Aber: Es geht, wie L’ÂME IMMORTELLE mit ihrer Best of „10 Jahre“ eindrucksvoll beweisen. Wie der nicht ganz ignorante Hörer feststellen darf, ist Sonja und Thomas mit ihrem Silberling tatsächlich noch mehr gelungen als das Optimum. Sie haben nicht nur die Songs so ausgewählt, dass keine größeren Brüche entstehen – sie haben sie außerdem auch logisch zusammengesetzt. Abgesehen vom „Quasi-Titeltrack“ „5 Jahre“, der von ihrem vorletzten Album stammt und aufgrund der Titelgebung vermutlich als Track 1 steht, sind alle Stücke in umgekehrt chronologischer Reihenfolge ihres Erscheinens aufgelistet. Zu gut Deutsch: Von heute nach gestern oder: Von 2007 bis zu den Anfängen, dem ersten Album „Lieder, die wie Wunden bluten“ aus dem Jahr 1997. Dass der Hörer trotz dieses riesigen Bogens, der dort geschlagen wird, beim Hören einen roten Faden heraushört, ist aber nicht der Eintönigkeit von L’ÂME IMMORTELLE zu verdanken, sondern im Gegenteil gerade ihrem Facettenreichtum und dazu dem Talent, eine CD so zu machen, dass es ein Werk wird – und kein Flickenteppich, bei dem man die Nähte noch sieht.

Dabei zeigen sich auch wirklich alle Farben, die L’ÂME IMMORTELLE in all den Jahren beweisen und gezeigt haben: Ob energiereiche Songs wie „Phönix“ oder „Aus den Ruinen“ oder Kompositionen, die von schierer Verzweiflung zu leben scheinen wie „Stumme Schreie“ – Sonja und Thomas schaffen es, selbige auch mit den Tracks, die tiefste Traurigkeit ausstrahlen – wie „Lass mich fallen“ – in Einklang zu bringen und so fein abgestuft aneinanderzureihen, dass diese musikalische Reise in die Vergangenheit nicht einen einzigen Bruch aufweist. Natürlich dürfen auch die Klassiker nicht fehlen. Diese sind vertreten (wem fällt jetzt nicht „Bitterkeit“ oder „Life will never be the same again“ ein?) und reihen sich ebenso in diese Zusammenstellung ein wie die doch eher unbekannten Stücke. Besonders freut mich, dass „Lass mich fallen“ den Weg auf dieses Album geschafft hat – als Zusatztrack auf der „5 Jahre“- Single mag es sogar dem ein oder anderen Fan entgangen sein und ist meiner Meinung nach doch ein ziemlich starker, aussagekräftiger Song. Der einzige Bruch, den man vielleicht feststellt, sind die beiden Bonustracks. Denn langweilig werden wollen es L’ÂME IMMORTELLE sicher nicht: Zwei bisher unveröffentlichte Tracks gibt es als Zugabe dazu, und diese sind sicher nicht beide vor 1997 entstanden. Auch vom Klang hätte ich vermutlich „No tomorrow“ eher nach „Life will never be the same again“ angesiedelt und „Come closer“ als letzten Track – aber auch so runden beide Lieder das Album mehr als ab.

Ein großes Lob gibt es auch fürs Booklet: Hier kommen (handschriftlich!) aus den 10 Jahren Beteiligte zu Wort, wie zum Beispiel Martin Höfert, der die Band mit dem Cello unterstützt hat, der ein oder andere Live-Mitmusiker oder Produzent. Und somit geben LAI ihrer Best of den letzten Feinschliff und machen sie zu etwas Besonderem – und nicht nur zum Kaufobjekt für Leute, die einige Songs schon immer mal gut fanden, aber sich nur eine CD kaufen wollen…

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