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L’ÂME IMMORTELLE - Auf Deinen Schwingen

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Artist L’ÂME IMMORTELLE
Title Auf Deinen Schwingen
Homepage L’ÂME IMMORTELLE
Label GUN RECORDS/ SONYBMG
Leserbewertung
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6.4/10 (7 Bewertungen)

Zum 10-jährigen Bandjubiläum bescheren L’ÂME IMMORTELLE sich und ihren Fans ein brandneues Album namens „Auf Deinen Schwingen“. Das Wiener Duo bestehend aus Thomas Rainer und Sonja Kraushofer arbeitete 1 1/2 Jahre an dem neuen Output und beweist damit wieder einmal eindrucksvoll, dass ihr Sound trotz stetiger Veränderung unverwechselbar bleibt. Das kann ich mit Sicherheit sagen, obwohl mir „nur“ die unmastered 3-Minuten-Snippet-Promo-CD vorliegt. Das Album erscheint natürlich wie gewohnt im superschicken, limitierten Digipack mit Bonustracks und dem Artwork von MONOZELLE (Ingo Römling). Für den frischen und gleichzeitig rockigen Einfluss sorgte unter anderem Produzent Johnny Lee Michaels (THE 69 EYES).

Schon der erste Song „Auf Deinen Schwingen“ geht einem sofort unter die Haut. Sonjas unverkennbare Stimme flüstert verliebt und sehnsuchtsvoll, während Thomas kraftvoll den Refrain „Trage mich auf Deinen Schwingen, zum höchsten Thron empor…“ singt. Der Titel lebt durch den Gesang, der von kraftvollen Drums, rockigen Gitarren und sanften Pianoklängen getragen wird. Rockig und schnell betört auch „Herzschlag“ beim ersten Hören. So klar, zerbrechlich und wunderschön wirkt Sonjas Stimme, hart dagegen die Gitarrenriffs. Strahlen beide Kompositionen noch sehr positive Gefühle aus, so ändert sich dies schlagartig in „Du siehst mich nicht“. Gefühle erscheinen plötzlich einseitig und die Lyrics wirken verzweifelt und traurig. Nur von Thomas gesungene bzw. teilweise geschriene Worte lassen einen an der wahnsinnigen Enttäuschung über die unerwiderte Liebe und die damit verbundene Sinnlosigkeit des Lebens teilhaben. Ähnlich werden diese Gefühle von Sonja bei „In Dein Leben“ besungen. Zärtlicher und zerbrechlicher mit unendlich klarer Stimme und einem wohlklingenden Background-Chor sowie sanfter Elektronik „säuselt“ Sonja ihren Missmut. Der Refrain ist mit kräftigen Gitarren unterlegt, welche das Unverständnis und die Verzweiflung hervorheben. Zu dem spannungsgeladenen Track „Phoenix“ wird es auch wieder ein Video geben, das auf den Musiksendern rotieren sollte. Vor wenigen Tagen wurde es in den Kellern der ehemaligen Schultheiß-Brauerei in Berlin gedreht. Regie führten Bernard Wedig und Cochita Suarez. Als Besonderheit durften einige Fans als Statisten mitwirken. Eine gute Wahl, denn dieser Song rockt und Thomas und Sonja singen im typischen Duett, so wie man es liebt und gewöhnt ist. Viele kleine Spielereien und der rockig/ poppige Refrain bilden einen absoluten Ohrwurm, der überzeugt. Die von Sonja gesungenen Balladen „Sometimes Love is not enough“ und „Last Will“ klingen zwar süßlich schwer und beeindruckend, dennoch kommen sie an bisher Gehörtes nicht heran. Das mag auch an den englischen Lyrics liegen, jedoch klingt die Instrumentierung trotz Bombast und Schwulst wundervoll schwer. „Run Away“ ist eine von Thomas gesungene Midtempo-Nummer, deren Nachfolger „Nur Du“ wieder nur von Sonja vorgetragen wird. Hier treffen gefühlvolle, melancholische Lyrics auf eine zauberhafte Stimme. Anfangs mit sehr positiver Stimmung, was in der Hälfte des Songs kippt. Grandios dazu der traumhafte Gesang des Chors im Hintergrund. Dann endlich wieder ein Duett: „Wohin“ klingt emotional, ergreifend und kraftvoll. Den passenden Schluss meiner Promo-Version bildet „Der letzte Akt“. Thomas agiert hier bestimmend, bedrohlich, krank, irre… Sonja stimmt im folgenden mit ein und schlägt in die gleiche Kerbe, was wiederum zu bedrohlichen und spannungsgeladenen Stimmungen führt. Das Ende ist da und zurückgelassen wird man mit der bedrückenden Gewissheit, dass es kein Happy End für die Liebe gab (oder gibt?)…

Auf der ebenfalls erhältlichen Sonderedition werden 4 weitere Songs enthalten sein: „Destiny“, „Bis ans Ende der Zeit“, „Dying Day“ und das bereits als Single veröffentlichte „Mein Herz (Single Edit)“ Das Album erzählt mit wachsender Intensität einzelne Geschichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Von den Anfängen einer Liebe, dem damit verbundenen Glück, von aufkommender Enttäuschung, Verzweiflung, Ohnmacht, Schmerz und zuletzt von Hass und sterbender Sehnsucht. Die tiefgründigen und gefühlvollen Worte erscheinen real und berühren ungemein. Obwohl ihrem Stil treu geblieben, klingen L’ÂME IMMORTELLE anno 2006 frisch, rockig und authentisch, wobei die Verbindung der Stilrichtungen aus Rock, Elektronik und Klassik eine wunderbare Atmosphäre und Dichte entstehen lässt. Für mich das bis dato beste Werk der Österreicher!

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