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LANA DEL REY - Ultraviolence

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Artist LANA DEL REY
Title Ultraviolence
Homepage LANA DEL REY
Label VERTIGO
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Irgendwie macht LANA DEL REY dank ihrer Musik immer den Eindruck, ziemlich schlecht drauf zu sein. Dabei hat die 28-jährige nach mehr als 6,5 Millionen verkauften Einheiten ihres Hitalbums „Born To Die“ ja eigentlich gar keinen Grund zur Traurigkeit, aber es umweht sie einfach eine derartige Melancholie, dass man sich kaum vorstellen kann, das YouTube-Wunder könne auch mal ausgelassen lachen.

Mit „Ultraviolence“ wird sich daran auch nichts ändern, vielmehr gibt die New Yorkerin eine weitere umfassende Anleitung zum Unglücklichsein, die gleich im Opener „Cruel World“ als dunkle Ballade daherkommt. Ähnlich verhält es sich mit dem Titeltrack „Ultraviolence“ und auch die aktuelle Single-Auskopplung „Shades of Cool“ passt in die Kategorie „Schöner leiden mit LANA DEL REY“. Man fühlt sich wie in einem düsteren Film Noir, der sehr passend auch gleich in Schwarz-Weiß gedreht wurde. Die bürgerliche Miss Grant weiß zu betören, das unterstreichen auch die vergleichsweise munteren Nummern „Brooklyn Baby“ und „West Coast“ (die erste Single des Longplayers, die bereits #22 der deutschen Charts erreichte). „Sad Girl“ könnte als allumfassende Beschreibung der aparten Sängerin herhalten, die in dieser dramatischen Nummer ihr Dasein als Geliebte eines verheirateten Mannes beschreibt – ein Zustand der nicht unbedingt ein reiner Quell der Freude zu sein scheint. Aber genau diese Schwermut wollen die Fans von der Dame, die sich selbst als „Gangsta-Nancy-Sinatra“ bezeichnet, ja auch hören. Mit „Pretty When You Cry“ klingt dann auch eben diese NANCY SINATRA wieder durch, während „Money Power Glory“ eine eher mürrische Bilanz zieht. „****** My Way Up To The Top” mag als Abrechnung mit den Neidern gedacht sein, die LANA DEL REY vorwerfen, sie habe sich nur einen Schmollmund spritzen lassen müssen und sei danach mit einem trashigen Retro-Video (zu „Video Games“) quasi über Nacht zum Star geworden. Ganz so einfach wird es wohl auch nicht gewesen sein und dass bei Elizabeth Woolridge Grant deutlich mehr Substanz vorhanden ist, beweist sie mit dem schwelgerischen „Old Money“ ebenso wie mit dem bedächtigen „The Other Woman“. Am Ende gibt es noch den Radio-Mix des hypnotischen „West Coast“ zu hören, dann lässt der schwermütige Vamp seinen Hörer nach rund 55 Minuten wieder mit den eigenen Tragödien allein.

Wenn „Born To Die“ noch nicht überzeugt hat, wird jetzt spätestens mit „Ultraviolence“ nicht mehr an LANA DEL REY vorbeikommen, denn die Produktion von Dan Auerbach hat den Sound ein wenig geerdet und auch differenzierter gemacht. Singen kann das Fräulein auch und schmachten sowieso. Bleibt einzig die Frage, ob sie auch mal richtig albern ist…

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