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LAPKO - A New Bohemia

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Artist LAPKO
Title A New Bohemia
Homepage LAPKO
Label FULLSTEAM
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.9/10 (7 Bewertungen)

Diese Finnen. Nicht nur, dass es kaum ein Völkchen mit lustigeren Namen gibt, nein, die Nordeuropäer mit einem ausgeprägten Hang zu Melancholie und Alkohol verstehen sich auch ausgezeichnet aufs Rocken. Prominente Beispiele dafür sind die Melodic-Death-Metaller CHILDREN OF BODOM, die Dark Rocker HIM und in Sachen Skurrilität zudem die Eurovision-Song-Contest-Gewinner LORDI, die 2006 den Wettbewerb mit ihrer schrägen Bühnenshow ganz klar für sich gewinnen konnten. Nicht zu vergessen natürlich die LENINGRAD COWBOYS mit ihren spitzen Frisuren und Schuhen. Und LAPKO. Die dreiköpfige Alternative-Band aus einem kleinen Kaff im Südwesten Finnlands existiert bereits seit 1996 und bringt jetzt ihren vierten Longplayer „A New Bohemia“ in die Plattenläden.

Hierzulande gelten LAPKO eher als Insider-Tip, daran hat auch ihre Kollaboration mit den Landsleuten vom DISCO ENSEMBLE nichts geändert, die den flotten Dreier auch schon in terrorrelevantes Gebiet führte. Vielleicht ändert sich dieser Zustand jetzt ja mit „A New Bohemia“. Verdient hätten es die Herrschaften allemal, denn der Silberling hat es wirklich in sich. Von „aggressiver Melancholie“ schreibt der Promoter in den Presseinfos und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Janne Heikkonens Drums sorgen für die wuchtige Basis, der die tighten Basslinien vom Kollegen Anssi Nordberg in nichts nachstehen. Mit seinem leidenschaftlichen, teilweise sehr androgynen Gesang und seinem frenetischen Gitarrenspiel besorgt Ville Malja gekonnt den Rest. Auf diese Weise hauen LAPKO gleich mit ihrem Opener „I Don’t Even Kill“ einen ungeschliffenen Diamanten raus. Alternative mit Noise-Rock-Attitüden trifft hier auf Prog-Rock, der an TOOL denken lässt. Es wird auch beim folgenden „King & Queen“ geschrammelt und getobt was das Zeug hält, wobei das Tempo sogar noch anzieht. Ganz großes Kino! Die erste Single-Auskopplung „I Shot The Sheriff“ hat nur den Titel mit BOB MARLEYs Reggae-Nummer gemeinsam. Bei den quirligen Finnen verbirgt sich vielmehr lupenreiner Rock mit viel Drive hinter dem Namen. In ähnlicher Weise geht es auch mit dem straighten „Summer Nights“ weiter, während der Titeltrack „A New Bohemia“ eine Spur rauer und griffiger, auf jeden Fall ungemein hörenswert und treibend, ausgefallen ist. „Horse And Crow“ lässt es erneut krachen und gefällt mit blitzschnellen Prog-Passagen und lärmendem Noise genauso wie mit opulentem Alternative. Grummelnde Langäxte und wummernde Drums bilden das solide Fundament von Please Need Me“, das zwischen Mid- und Uptempo schwankt, ehe „Grab The Stick“ donnernde Sounds und schwermütigen Gesang perfekt verbindet. Ungeheure Spannung baut derweil „Kiss’N’Cry“ auf, bevor diese sich abermals in brachialem Prog und Noise entlädt. Bei aller Heftigkeit wirkt das finale „Share Today“ fast wehmütig, bringt aber selbstverständlich wie die übrigen Songs auch eine immense Energie mit.

Wenn LAPKO sich mit „A New Bohemia“ nicht auch außerhalb der finnischen Grenzen etablieren können, dann weiß ich es auch nicht. Ok, gerade fleißig war das Trio in annähernd 14 Jahren nicht und auch mit vier Live-Terminen, die LAPKO im März in Deutschland absolvieren, halten sich Malja, Nordberg und Heikkonen zu meinem Leidwesen sehr mit ihrer Präsenz zurück, aber gebt den Jungs eine Chance, sie haben es verdient! Nicht nur wegen ihrer lustigen Namen…

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