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L’ARC EN CIEL - Live In Paris (2-DVD)

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Artist L’ARC EN CIEL
Title Live In Paris (2-DVD)
Homepage L’ARC EN CIEL
Label GAN SHIN RECORDS
Leserbewertung
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3.0/10 (2 Bewertungen)

Großes Gekreische von kleinen Mädchen, Scharen von akkumulativ abgefilmten Fans, drollige und verniedlichte Animationen auf einer Leinwand, und dann eine rappelvolle Halle getaucht in pornösem rotlichtmilieaurot und zu guter letzt noch ein Bombardement lauter chinesischer und japanischer Ideogramme… so fängt L’ARC EN CIELs DVD „Live In Paris“ an. Was auf den ersten Blick ambitioniert aussieht, entpuppt sich als wahres unbedarftes Kasperletheater.

Klingen die einzelnen Bestandteile manchmal nicht schlecht (manche Rhyhthmen und Läufe haben etwas Exotisches, das durchaus zum näheren Hinhören verleitet), rockt das Gesamte einfach mehr oder minder wie ein billiges, zugedröhntes, voll von Geifereifer und Cellulite geplagtes Luder aus den hintersten Winkeln eines zugewichsten und zugekotzten Backstage-Bereichs. Ja, L’ARC EN CIEL sind vielleicht etwas für Kindergartenkinder oder kleine Mädchen, die gerade „Mila Superstar“ oder „Neo Genesis Evangelion“ für sich entdeckt haben, so zirkushaft belustigend und lächerlich klingt das Ganze, was die vier Japaner da mit ihrem J-Pop/ J-Rock veranstalten bzw. verunstalten.

An „Live In Paris“ wird mehr als deutlich, warum japanische Rock-Musik sich im Westen nicht gerade großer Beliebtheit erfreut: Sie rockt einfach nicht, die Akteure sehen aus wie Imitate von Comicfiguren und die feminie Waschweiberhaftigkeit (okay, jeder hat seine weiblichen Seiten und TWISTED SISTER haben im Rahmen ihrer kostümierenden, sich alles erlaubenden Ultramannheit das Geschlechterspiel bis auf die Spitze getrieben, war dieses aber doch stilisiertes, um Anerkennung heischendes Bühnenprogramm, bei L’ARC EN CIEL wirkt das ganze „authentisch“! Das ist ja gerade das Fürchterliche und Ordinäre!). Sind neuere Gruppen wie DIR EN GREY durchaus hörbar, scheint die alte Generation des J-Rock, zu dessen programmatischen Vorreitern gewiss L’ARC EN CIEL gehören, die Sprache des Rock noch nicht recht begriffen zu haben. Zumindest müssen sich dabei viele musikalische wie sprachliche Übersetzungsfehler eingeschlichen haben (man höre sich bloß einmal das „Engrish“ des Sängers an… absolutely disgusting!).

Unter all diesen schlechten Voraussetzungen leidet bedauerlicherweise auch die Show: Man will die Jungs einfach nicht ernst nehmen und auch wenn die (interessanterweise zu 40 % asiatischen Fans in Paris [!]) sie abfeiern… L’ARC EN CIELs Musik gehört schlicht und ergreifend in die Recycling-Anlage des Hades im Reich des Rock’n’Roll. Ich verwette meinen Arsch drauf: Nicht gerade wenige Rock- und Metal-Fans werden mir da ohne Veto zustimmen können.

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