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LAST BARONS - Cheval de Troie

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Artist LAST BARONS
Title Cheval de Troie
Homepage LAST BARONS
Label KLONOSPHERE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

Der Franzmann ist ja nur bedingt ein Rocker, er hat’s zumindest dem Klischee nach mehr mit dem Chanson, trinkt halt auch lieber Wein als Bier… Oder sollte ich mich irren? Zumindest wollen mich die fünf Herrschaften von LAST BARONS davon überzeugen, dass bei unseren westlichen Nachbarn amtlich gerockt wird. Als Referenzen werden FAITH NO MORE und ALICE IN CHAINS genannt, wollen wir doch mal hören, wie da das frankophile (und gleichwohl englischsprachige) Äquivalent der selbsternannten Edelleute ausfällt.

Auf jeden Fall scheut sich der Fünfer nicht, ordentlich Krach zu machen. So startet sein zweite Silberling „Cheval de Troie“ mit dem dämonischen Gesang von Monsieur Julien Soler, der von einer düster lärmenden Instrumentalfraktion begleitet wird. Das Ganze erinnert mich eher an Industrial Metal a la NINE INCH NAILS als an Grunge, aber das soll sich mit dem folgenden „Nomad Soul“ schon bald ändern. Das Quintett macht ausreichend Druck und auch die Stimme des Fronters weiß zu gefallen, der mit dem zackigen „Rubber Boots“ wieder den bösen Buben in sein Organ legt und zwischendrin durchaus hörbare Parallelen zum Kollegen Mike Patton verlauten lässt. „Hidden Sun“ tönt da deutlich entspannter und leicht angejazzt aus den Boxen – nicht zu vergessen die Bläsersätze, die hier mit auf die Reise geschickt werden. Währenddessen verschreibt sich das scheppernde „The Violent Kind“ wieder dem pulsierenden Seattle-Sound, ehe mit dem vertrackten „Going To Varzi“ (feat. Christian Draghi von DOCTOR CYCLOPS) erneut ein Hauch FAITH NO MORE durch die Mucke weht. Derweil sorgen Piano-Akkorde für eher uninspirierte Dramatik beim überflüssigen Intermezzo „From Beyond“, das den Weg für „Soul Grinder“ ebnen soll. Hier wird noch mal gefrickelt, was das Zeug hält, 100%ig will der Funke jedoch nicht überspringen und auch das ausufernde „Anthik Technik“ ist mir im Kontext mit den ersten Songs zu sperrig ausgefallen. Sieht ganz so aus, als hätten sich die LAST BARONS für die zweite Hälfte ein paar zusätzliche Ecken und Kanten eingepackt, denn auch das hochenergetische „A Last Devotchka“ ist mit einigen Widerhaken versehen. Mit „Cosmogony And Dimensions of The Mind“ einmal mehr druckvolle Rundumbeschallung auf dem Zettel, bei der auch ein wenig weiblicher Gesang nicht fehlen darf, um dann mit dem emotionsgeladenen Ausputzer „End of The Beauty“ reinen Tisch zu machen.

Nicht alles auf „Cheval de Troie“ konnte mich vollständig überzeugen – insbesondere nicht in der Kombination der einzelnen Tracks. So schwächelt der Silberling nach einem überzeugenden Auftakt hier und da, doch bleibt das Ergebnis des zweiten Studioaufenthaltes der LAST BARONS trotz kleiner Schönheitsfehler hörenswert. Unterm Strich konnten die Jungs aus der Normandie mich also durchaus überzeugen, dass auch in Frankreich hier und da mit dem nötigen Handwerkszeug und Herzblut gerockt wird.

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