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LATEXXX TEENS (LXT) - Cold Heart And Old Scars

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Artist LATEXXX TEENS (LXT)
Title Cold Heart And Old Scars
Homepage LATEXXX TEENS (LXT)
Label CRANK MUSIC GROUP
Leserbewertung
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7.0/10 (2 Bewertungen)

Auf diese Platte hatte ich mich so richtig gefreut, nachdem mich die LATEXXX TEENS beim Trash Fest in Helsinki mit ihrem großartig dreckigen Sound schwer begeistert hatten. Natürlich geht so eine Platte dann mit einer gewissen Erwartungshypothek in die Review-Runde. Schade, wenn sie dann gewogen und für zu leicht befunden wird.

Dabei geht es ganz viel versprechend los: Bei „Die“ unterfüttern LXT ihren soliden Industrial-Metal sogar mit einem kräftigen Dudelsack-Riff und geben ordentlich Gas. Diese geniale Mischung aus Düsternis und Ruppigkeit, die live einen großen Teil der LXT-Faszination ausmachte – jepp, alles da. Und auch Titel Nummer zwei geht noch in Ordnung: „We Come Only Out At Night“ erzählt zwar eine ziemlich gut abgehangene Zombie-Story, aber hey, gegen ein bisschen Friedhofsästhetik ist ja nichts einzuwenden, und ein Mix aus packender Melodie, hymnischen Gitarren, Electro-Elementen und Dampfhammer-Schlagzeug ist auch nie verkehrt. So verhält es sich auch mit dem großen Teil der anderen Songs, aber im Lauf der Platte zeigt sich, dass LTX bei „Cold Heart And Old Scars“ selbst vor einer Art Frankenstein-Problem stehen: Sie haben die richtigen Bestandteile ins Studio mitgebracht und dort passgenau zusammengesetzt. Nachdem dann ein paar Mal der Blitz eingeschlagen hat, atmen die Songs auch. Und trotzdem fehlt was. Die Seele, der Funke Leben. Die großartige, lärmige Breitwand-Dimension. Vielleicht auch die Originalität.

Denn bei der Studioproduktion zeigt sich wesentlich deutlicher als auf der Bühne, dass die Songs auf „Cold Hearts“ zwar allesamt sehr amtlich sind – gute Melodien, starker Drive, sauber eingespielt – aber nicht überragend. Da ist kein Hammersong dabei, den man guten Freunden früher auf eine Mix-CD gebrannt hätte, und auch keiner, der Gänsehaut verursacht, den man auf Kopfhörern mit ins Bett nehmen wollte, weil er tief im Innern berührt. „Kill me, drown me, but don’t let me down“ fleht Kami Kopat in „Edge Of Insanity“, aber trägt das so nett und beiläufig vor, dass von den im Text mit viel „crying“ und „screaming“ beschworenen Seelenqualen nicht viel übrig bleibt. Am ehesten knistert es noch bei dem „Lullaby For The End“, das trotz harten Gitarrenwänden synthetischer daherkommt als der Rest der Platte, und das viel Raum für Kopats Vocals lässt. Denn der macht, obwohl er erst im letzten Jahr nach dem Weggang von Lex Kaos vom Gitarristen zum Leadsänger aufgerückt ist, seine Sache durchaus sehr gut und überzeugt nicht nur als harter Shouter, sondern auch mit klarem, gefühlvollem Gesang.

Vielleicht hätte eine andere Produktion mehr aus den Titeln herausholen können, wenn man weniger Wert auf digitale Perfektion gelegt hätte. Songs wie „Black Dream“ haben durchaus viel versprechende Anlagen, erreichen nur nie ihr volles Potenzial, weil sie so aufgeräumt und durchstrukturiert klingen. Nächstes Mal mehr Mut zur Lücke, Jungs.

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