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LAURA IMBRUGLIA - s/t

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Artist LAURA IMBRUGLIA
Title s/t
Homepage LAURA IMBRUGLIA
Label SILVERSONIC RECORDS
Leserbewertung
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Beim Namen IMBRUGLIA denkt man zuerst an zwei Kulleraugen und einen Schmollmund, der “Torn” singt. Kinder, wie die Zeit vergeht, das ist nun auch schon fast 10 Jahre her. Hier geht es aber um Natalies jüngere Schwester Laura und wie das mit jüngeren Geschwistern schon mal so ist, die kocht ihr ganz eigenes Süppchen, um sich ja von der großen Schwester abzugrenzen. Mit den Eigenschaften Eigensinn, Authentizität und Sarkasmus umschreibt denn auch der feine Promotext Frau Imbruglias selbst betitelten dritten Output, quasi ein fett ausgestreckter musikalischer Mittelfinger. Die 24-jährige wusste bis dato bereits das Australische Indie-Publikum mit ihren kruden Texten und ihrer liebenswert-schrägen Persönlichkeit für sich zu gewinnen, nun soll es international werden.

Das Album beginnt auch gleich mit dem windschief rüde runtergerocktem „Looking for a rabbit“, das bläst erst mal ordentlich die Gehörgänge frei. Doch mit „Surly“ geht es gleich handzahm und fast romantisch weiter. Lap-steel- und Akustikgitarre verbreiten relaxtes Countryflair, das später in der Tracklist bei „Home sweet home“ noch mal aufgenommen wird. Die Ironie mancher Zeilen werden wahrscheinlich die meisten Nicht-Native-Speaker gar nicht bemerken. Der Zehnminüter „My Opus“ gewährt dann sowohl tiefe Einblicke in Lauras Sicht auf die Welt als auch auf gewisse stimmliche Grenzen. „Gewollt dilettantisch“ steht dazu im Promotext, naja, mutig und ungeniert könnte man auch sagen. Eine Klangkollage zwischen Geisterstunde und Pornorevue, zu der ich keinen rechten Zugang finde. Bei „Tear Ducts“ fällt mir dann endlich ein, an wen mich Lauras Stimme vom Klang (nicht der Qualität) her erinnert: An die junge KIM WILDE, leicht nasal und noch sehr jugendlich. „Lettuce & Anarchists“ und “I wanna throw stones” sind soviel Punk wie AVRIL LAVIGNE Punk ist, „Hurt my feelings“ hurts my ears und “My dream of a magical washing machine” – der “Hit” dieses Silberlings erinnert mich daran, dass irgendwer in Deutschland auch mal mit besungenen gelben Zitronenbäumen Geld verdient hat.

12 sehr heterogene Songs lang überlege ich, was mir so in dem Alter durch den Kopf gegangen ist. Vielleicht tickt man in Australien auch anders als hier? Frau Imbruglia und ich bleiben uns fremd. Aber wem diese Mischung aus unbekümmertem Jungmädchencharme und durchgeknalltem Girlie-Rotzrock zusagt, vermag vielleicht auch eine Seelenverwandtschaft zu finden.

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