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LAURA MARLING - Once I Was An Eagle

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Artist LAURA MARLING
Title Once I Was An Eagle
Homepage LAURA MARLING
Label VIRGIN
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

LAURA MARLING ist gerade mal 23 Jahre alt, hat jedoch bereits im zarten Alter von 16 Jahren die erfolgreiche Folkrock-Combo NOAH AND THE WHALE mitbegründet. Aus Zeitmangel ist sie inzwischen kein Hauptmitglied mehr bei den Jungs, denn 2008 erschien ihr Debüt „Alas, I Cannot Swim“ und damit folgten natürlich auch Touren (u.a. mit ADAM GREEN und JAMIE T, der sie persönlich einlud) und drei weitere Platten. Die letzte trägt den Namen „I Was An Eagle“ und ist jüngst in die Plattenläden gekommen.

Satte 16 Songs hat die Folk-Popperin auf ihrem vierten Streich versammelt und selbst festgestellt, dass der Longplayer mit seinen 63 Minuten „vielleicht einen Tick länger als der Durchschnitt“ ist. Außerdem merkt sie an, dass man Hitkandidaten fürs Radio vergebens sucht. Damit hat sie wohl recht, denn LAURA MARLING setzt auf leise, reduzierte Töne, die kaum mehr als die ausdrucksstarke Stimme der Londonerin, eine akustische Gitarre und ein wenig Perkussion brauchen. Wie im Falle von „Breathe“ bekommt das Ganze mithilfe von Streichinstrumenten noch ein wenig Dramatik, der Titeltrack „When I was An Eagle“ ist jedoch ein Paradebeispiel für den nicht eben radiotauglichen Minimalismus der Dame, die übrigens bis Ende 2010 mit Marcus Mumford liiert war. Dabei stellt der junge Hüpfer allerdings eindrucksvoll unter Beweis, dass weniger durchaus mehr sein kann. Etwa mit dem beschwingten „Master Hunter“, das als erste Single-Auskopplung am ehesten über den Äther gehen könnte. Danach geht es bei Miss Marling allerdings wirklich karg zur Sache. Die Akustikklampfe ist nicht nur beim getragenen „Little Love Casher“ über weite Strecken der einzige Gesangsbegleiter – mehr ist aber auch gar nicht nötig. Vielleicht hin und wieder noch ein pointierter Gruß der Rhythmusabteilung und schon wird beispielsweise aus dem geheimnisvollen „Devil’s Resting Place“ ein großartiger Song, dem man sich nicht entziehen kann. Okay, die einsamen Streicher der „Interlude“ hätte ich persönlich nicht gebraucht, da fehlt für meinen Geschmack dann in der Tat die Stimme der Künstlerin, die es mit dem verspielten „Undine“ jedoch alsbald wieder zu hören gibt. Sehnsuchtsvoll schließen sich „Where Can I Go?“ und „Once“ sowie „When Were You Happy? (And How Long Has That Been)“ an. Auch das finale „Save These Words“ gefällt mit jenen wundervollen kleinen Melodien, die direkt ins Herz gehen.

Keine Frage, LAURA MARLING verarbeitet auf „Once I Was An Eagle“ offenkundig Beziehungsstress. Hier und da wird sie dabei auch mal ein wenig laut, meistens setzt sie jedoch auf leise Klänge. Ihre Songs sind aber immer eines: intensiv! Hier wird nicht weinerlich getrauert, sondern gezeigt, dass man(n) es mit einer Frau zu tun hat, die weiß was sie will und dies musikalisch eindrucksvoll umzusetzen weiß. Fürs Radio sind die Lieder in der Tat nicht gemacht, aber vielleicht merkt man mit diesem Album auch außerhalb Großbritanniens, mit was für einem Talent wir es bei LAURA MARLING zu tun haben. JONI MITCHELL muss sich im ihre würdige Nachfolge jedenfalls keine Sorgen mehr machen…

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