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LAZULI - 4603 Battements

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Artist LAZULI
Title 4603 Battements
Homepage LAZULI
Label JUST FOR KICKS MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Die südfranzösischen Underground-Ikonen LAZULI beehren uns heuer mit ihrem mittlerweile bereits fünften Studioalbum, kryptisch betitelt mit „4603 Battements“. Das Rundstück kommt im schicken Digipak mit sämtlichen Texten und hübschen Fotos im Booklet. Musikalisch gibt es, nach einigen zwiespältig aufgenommenen Seltsamkeiten auf dem Vorgänger, einmal mehr hoch kompetenten und tendenziell introvertierten modernen Progressive Rock auf die Ohren. Wobei die Bezeichnung „Rock“ an dieser Stelle definitiv – wie so oft – unzureichend ist. Eine Band wie LAZULI bietet ihren Hörern einfach zu viele unterschiedliche, und zum Teil eben auch stilfremde Facetten, um unter diesem Banner mit zig anderen vermeintlichen Genre-Genossen in einen Topf geworfen zu werden.

Das fängt schon mit der Instrumentierung an, die neben solch Absonderlichkeiten wie Waldhorn und Marimba auch die Léode beinhaltet, ein nicht nur selbst gebautes, sondern auch selbst entwickeltes, heulendes Etwas, das entfernt an den Chapman Stick erinnert. Letztgenannte und der sehr charismatische und unter die Haut gehende Gesang fungieren als die prägnantesten Transporteure dieses anscheinend irgendwie landestypischen Weltschmerzes auf dem knapp 50-minütigen Opus. Woher dieser Weltschmerz, diese Gänsehaut-verdächtige Melancholie unserer südwestlichen Nachbarn rührt? Das sollte man wohl zum Beispiel die Kollegen von NOIR DESIR fragen, oder auch die Herren von CLOVER SEEDS, an die LAZULI auf „4603 Battements“ streckenweise positiv erinnern. Dieser Vergleich – sofern man LAZULI überhaupt irgendwelchen Referenzen zuordnen kann – basiert vor allem auf den eingängigen, stets durchdachten und angenehm unaufdringlich inszenierten Melodien, die beide Bands auszeichnen, und die auch im vorliegenden Fall auf ihre Weise einzigartig und in ihrer leidenschaftlichen Melancholie regelrecht mitreißend sind. „Kleinigkeiten“ wie die intelligenten und absolut stimmigen Arrangements oder der Reichtum an jazzigen, verspielten oder auch elektronisch pluckernden, zusätzlichen Spannungsmomenten sind zwar durchaus bemerkenswert, bleiben aber unter den genannten, emotionalen Umständen eine Randnotiz. Und dass beispielsweise das leicht arabisch anmutende „Le Miroir Aux Alouettes“ plötzlich die Ästhetik eines PETER GABRIEL zu „Digging In The Dirt“-Zeiten versprüht, verwundert dann auch nicht mehr.

LAZULI sind edel, fein und elegant wie die französische Küche. Leichtfüßig, fast schwebend, gleiten sie durch verschiedene Stimmungsfelder, bleiben dabei aber trotzdem immer durchaus erdverbunden und mit beiden Beinen tief im Rock verwurzelt. Formidablé!! Anspieltipps: der Opener „Je Te Laisse Ce Monde“, das faszinierende „L’azur“ oder der abschließende, ultimative Chanson „Festin Ultime“.

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