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LE VERY - V

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Artist LE VERY
Title V
Homepage LE VERY
Label ZUKUNFTSMUSIK/ROUGH TRADE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Nach der EP „Playground“, die im vergangenen Jahr  als kostenloser Download erschien, veröffentlicht das schillernde Berliner Künstlerkollektiv LE VERY nun sein Debüt-Album „V“. Es ist eine Hommage an die Schönheit und Diversität von Popmusik – und auch an ihre entzückende wie banale Catchyness. Augenzwinkender Kitsch-Overload und reflektierte Kunst-Attitüde, Euphorie und Melancholie, dicke Hose und Beklommenheit – vieles hat hier seinen Platz.

LE VERY setzen dabei auf den kreativen Input von drei Musikern und zwei Tänzerinnen. Im Einzelnen sind dies der Sänger und Gitarrist Nikolas Tillmann, die Sängerin und Keyboarderin Naemi Simon, der Schlagzeuger und Saxophonist Milian Vogel sowie die beiden Tänzerinnen Ada Sternberg und Nuria Ranjana. Es geht also nicht nur um Musik, nein, es wird ein Kosmos aus Musik, Licht und Tanz erschaffen. Von diesem Universum bleibt auf CD natürlich nur ein Drittel übrig, aber auch dieser Anteil zeigt sich bereits enorm vielschichtig, bewegt man sich doch im eklektischen Spannungsfeld aus großen Pop-Songs, deeper Elektronik, pumpendem R’n’B und verspultem Jazz. So wirkt der Opener „Maybe“ zunächst leicht unterkühlt, während die erste Single „Numbers“ sommerlich leicht aus den Boxen schallt und zur blauen Stunde jeden Cocktail noch mal so gut schmecken lässt. „Casa Nostra“ zeigt sich Dada-inspiriert, während Palazzo Dell’ Amor“ keine Angst vor kitschig-schönen Melodien hat und ein Stück wie „Opus 77“ (mein Favorit) auch nicht vor einer ordentlichen Portion Elektro-Bombast zurückschreckt. Ebenfalls absolut hörenswert: „Let It Out“ mit seinen Kopfnicker-Sounds und das beschwingte „The Myth of Our Blade“. Erwähnt sei außerdem noch das exotische „Hoatzin Is Rising“, mit dem der Silberling ein wenig experimentell endet.

LE VERY sind sicher eine der spannendsten und unberechenbarsten Pop-Formationen, welche die Musiklandschaft dieser Tage zu bieten hat. Die Geschichte der Kapelle beginnt Anfang 2014 in einem Studio in Berlin-Neukölln. Ein Jahr später waren die Damen und Herren bereits als Support-Act von ZOOT WOMAN auf einer dreiwöchigen Tour durch ganz Europa und ich bin mir sicher, dass wir von den kantig-verworrenen, atmosphärisch dichten Tonfolgen der Hauptstädter noch mehr hören werden – allerdings ganz klar außerhalb des Formatradios und sonstiger Mainstream-Einrichtungen.

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