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LEÆTHER STRIP - Walking on Vulcanos

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Artist LEÆTHER STRIP
Title Walking on Vulcanos
Homepage LEÆTHER STRIP
Label ALFA MATRIX
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das EBM-Comeback-Wunder des letzten Jahres scheint mit seinem musikalischen Potenzial kräftigen Nachholbedarf zu haben, im Januar kam das Doppelalbum „After the devastation“ einer 10-stöckigen Geburtstagtorte gleich, aber dies langte Claus Larsen anscheinend nicht, nun erscheint seine EP „Walking on Vulcanos“ mit 9 weiteren Tracks, wovon immerhin 7 komplett neue Stücke sind. Nun kann man sich mit gesteigertem Interesse fragen, wie er weitermachen wird, besonders so kurz nach den letzten Releases von LEÆTHER STRIP und KLUTAE. Wird er ruhiger, härter oder bleibt alles beim Alten?

Na irgendwie alles, die VÖ stellt eine gute Mischung ebenso wie die „Suicide Bombers“-Maxi dar, schnelle und langsame Stücke geben sich die Klinke in die Hand, das Konzept konnte man auch auf der „After the devastation“ beobachten. Außerdem verfolgt er seine neuen musikalischen Experimente weiterhin konsequent, etwas poppiger wie bei „Walking on Vulcanos“ oder 80er like wie bei „I love the sound of acid rain“. Der Titelsong ist zu Recht die Nummer 1 geworden, er ist tanzbar, hart angehaucht und bringt eine wunderbar einprägsame Hookline, der Song ist wie für die Diskos geschaffen. Diese neue Seite steht dem Künstler gut, und er kann sie auch sehr gut umsetzen, ohne lächerlich zu wirken, ein Beweis liegt auch in Form des Albumtitels „Dying is easy live is harder“ vor, der auf 11 Minuten aufgebohrt wurde und seltsamerweise nicht langweilig wird. Sein altes „schwarzes“ Ich hat er aber nicht ganz abgelegt und setzt es sogar noch besser als auf dem Album um, alleine mit „Hate And Fear“ im „Words Are Weapons-Mix“ zeigt er uns eine Umsetzung wie zu den Besten „Solitary Continement“-Zeiten, seiner berühmten harten EBM-Epoche, durch die er auch bekannt wurde. Im alten Stil sind auch seine Midtempo-Geschichten wie „Take Me Home Again“, „How Far Is It From Auschwitz To Guantanamo“ oder „Live Is A Kick In The Balls“, und dies sogar in hervorragender Qualität.

Er jongliert auch mit Samples, als wäre es ihm angeboren, in dieser Disziplin hat er wieder einmal seine Höchstform erreicht, dies zeigt er bei fast jedem Song, eine Wohltat dem Meister dabei über die Schulter zu schauen. Lyrisch hat er meiner Ansicht auch noch mal die Maßlatte höher gelegt, seine textlichen Ergüsse sind klarer, einfacher und besser auf den Punkt gebracht, man könnte es zwar auch als zu poppig auslegen, aber bei den besten Songs der Musikgeschichte kann alleine mit einer Zeile viel mehr gesagt werden als bei anderen mit einem ganzen Lied. Gesanglich ist Claus Larsen einfach er selber, er hat zwar zwischenzeitlich den Verzerrer zurückgeschraubt und versucht mehr Harmonien einzubringen, aber man erkennt ihn immer noch als „unseren Jungen“, jedoch sollte ich wenigstens vor dem Song „What If“ warnen, er ist noch nicht gut genug, um in diesem Stil zu singen, es wirkt teilweise etwas schräg, aber an sich auch ein schöner Song.

Somit ist die „Dancing on Vulcanos“ EP eine konsequente Steigerung seiner bisherigen Leistungen, und LS gibt uns auch einen Hauch älterer Tage zum Besten, was will man mehr. Wer noch zu sehr an vergangenen Zeiten hängt, wird hiermit etwas entschädigt, aber entweder mag man seine neue Ader oder nicht. Aus meiner Sicht kann ich ihn mir nicht besser vorstellen und Claus überragt die aktuelle Musiklandschaft um mindestens einen Kopf, zum ersten Mal bedauere ich, dass Alfa Matrix keine ihrer Limited Edition CDs zu dieser EP herausbringen. LEÆTHER STRIP is a kick in the balls.

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