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LEASH LAW - Dogface

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Artist LEASH LAW
Title Dogface
Homepage LEASH LAW
Label BLACK LOTUS RECORDS
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Die Snoop Doggy Dog des Metal? Wie bei dem inzwischen in Richtung Pornoindustrie und Filmkarriere expandierenden SoftCoreHopper und Grasgenießer steht hier alles im Zeichen des Hundes, der wie ein Maffiaboss zugleich väterlich-beschützend und unbarmherzig strafend über seinen Schützlingen thront und wie der Bo$$ haben auch LEASH LAW mit neumodischem Brimborium und Zeitgeist rein gar nichts am Hut.

Stattdessen schwelgt die Band (mit Mitgliedern von ROB ROCK und ICED EARTH) vornehmlich in einer Zeit, als man noch ungestraft knödeln und pressen durfte, was Stimmbänder und Hoden hergaben. Diese Amerikaner, so lernen wir, würden gerne IRON MAIDEN sein. Das kann natürlich nicht gut gehen und es haben schon bedeutend technischere Recken ihre eisernen Zähne an dem soliden Granit der Institution ausgebissen – wer lupenreinen Power Metal der alten Schule sucht, ist zudem bei den MACHINE MEN besser aufgehoben. Überhaupt streifen die Vocals auf „Dogface“ regelmäßig die Grenzen des Zumutbaren, tauchen bei dem ohnehin schon grässlichen „Paving the Way“ in eine unschöne Tieflage und beamen sich im furchterregend falsch gesungenen „Better when betrayed“ in eine Lichtjahre entfernte Parallelgalaxie des Grauens, in die sich nicht einmal Yoko Ono trauen würde. An anderer Stelle geht man ebenso vergangenheitsorientiert, doch handwerklich sauberer zu Werke: „Martial Law“ ist ein wirklich starker Song mit kräftiger Strophe und einem wunderbar hymnischen Refrain über sich wie Kreisel drehenden Akkorden und die mit Spinettklängen unterlegte Halbballade „Banion“ weiß mit gekonnt zurückgehaltener Spannung und niemals marktschreierischen Ausbrüchen zu überzeugen. Wie „Doggy“ jedoch, der nach einer quälend langen Suche der Selbstfindung wieder ganz zum Anfang zurückkehrte, sind LEASH LAW am Besten, wenn sie wenigstens mal für drei, vier Minuten ihre Vorbilder zur Seite legen und zu einer eigenen Sprache finden, die in ihrem Fall eine kompaktere Grammatik und eine aggressivere Intonation beinhaltet, in einigen Vokabeln die klassische Herkunft offenbart, diese aber elegant in ihre Redewendungen integriert. „Hellhole“ ist ein gutes Beispiel für diesen Dialekt und der kraftvolle Duktus dieser schnellfeuernden Kanone macht einen hungrig auf mehr.

Mit einiger Sicherheit wird man das auch bekommen. Nach der Demaskierung ihrer potentesten Proteges SWAN CHRISTY als Schafe im Wolfspelz stellt dieses Album ein eindeutiges Bekenntnis seitens der Plattenfirma Black Lotus Records zu Härte und Traditionsverbundenheit dar und man kann davon ausgehen, dass ihre Veröffentlichungen der nächsten Monate in eine ähnliche Scharte schlagen werden. Auch wenn man vom Medienimperium Snoops noch einige Ghettoblocks entfernt ist: Laut bellen können diese Jungs schon ganz beachtlich.

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