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LEGEN BELTZA - Insanity

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Artist LEGEN BELTZA
Title Insanity
Homepage LEGEN BELTZA
Label CRASH MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Sie sind bereit für den großen Schlag. Auf „Insanity“ wenden sich LEGEN BELTZA definitiv von ihrer heimischen Sprache, dem Baskischen, ab und steigen mit einer einzigen Ausnahme unter 11 Songs aufs Englische um – Minoritätenmetal, das war einmal. Damit hat die Band ein bedeutendes Hindernis in Richtung Ruhm aus dem Weg geräumt.

Was freilich noch nicht alles ist. Doch auch von Seiten der Plattenfirma gibt man sich sichtlich Mühe, es den vier Thrash-Jüngern in allen Belangen recht zu machen. So erfüllte sich der langgehegte Traum eines Albumcovers aus der Hand von J.P. Fournier, den LEGEN BELTZA nach eigenem Bekunden für den „besten Illustrator der Welt“ halten und wurde Jeff Waters mit dem Mix beauftragt – man dankt es ihm mit dem Tragen eines Annihilator T-Shirts im Booklet. Zusammen mit Produzent Aitor Arino ist Waters für den extrem klaren und kräftigen Gruppensound verantwortlich, der die Instrumente gleichberechtigt nebeneinander, aber die Stimme von shouter Xanti dominant in den Vordergrund stellt – was Sinn macht, denn dessen leicht hysterisches Organ mit der Tendenz zum „Übersingen“ prägt die Band mehr als alles andere, macht sie sofort erkennbar und führt sie zu ihren besten Momenten – „Dying“, einem untypisch melodischem Rocker, dem wiederum völlig abgedrehten „Klaustrophobia“ und zu der Bandhymne „Legen Beltza“ (baskisch für Leprakranker), einer knallharten musikalischen Abrechnung mit der Mafia. Der Rest von „Insanity“, der Titelsong eingeschlossen, kann an dieses hohe Niveau nicht anknüpfen – weder die Riffs, noch die Songs übersteigen das Mittelmass und es fällt deswegen um so mehr auf, dass hier nichts auf die Fähigkeit hindeutet, durch kompositorische Raffinesse oder zumindest gelegentliche Ausbrüche aus altbekannten Strukturen den Stücken einen gewissen Mehrwert zu verleihen.

Überzeugt von sich sind sie und das zum Titeltrack gedrehte Video dürfte ihnen auch die notwendige Präsenz auf den Headbangers Balls dieser Welt sichern. Abschreiben darf man diese Band deswegen nicht, doch werden sie beim nächsten Mal mit ein wenig mehr antreten müssen, um dem ihnen eingeräumten Status gerecht zu werden.

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