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LENA - My Cassette Player

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Artist LENA
Title My Cassette Player
Homepage LENA
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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5.7/10 (3 Bewertungen)

LENA legt los. Kurz bevor „Unser Star für Oslo“ eben dort an den Start geht und das beste Ergebnis seit Jahren erzielen wird, erscheint ihr Debütalbum „My Cassette Player“. LENA, nicht mehr LENA MEYER-LANDRUT. Der Nachname musste weichen. Ihr Kassettenspieler ist ein slr 700, eine dieser klobigen Ghettoblastermaschinen aus längst vergangenen Zeiten. Auf ihrer Kassette finden sich 13 Songs. Vier kennt man bereits aus der Showreihe „Unser Star für Oslo“, die übrigen sind neu. Produziert wurde das Teil natürlich von ihrem Mentor und Entdecker Stefan Raab.

„Es ist eine Mischung von Pop bis Funk und führt viele verschiedene Elemente dabei fort, die wir mit den ersten drei Song angefangen haben“ sagt LENA über die neuen Stücke. Richtig, die Handschrift Raabs lässt sich mehr als nur erahnen. Soul und Bar Jazz, wie er ihn schon für MAX MUTZKE komponiert hat, ist ebenso vertreten wie seichter Pop. „Caterpillar in The Rain“ oder „Wonderful dreaming“ sind die perfekte Candlelight Dinner Untermalung, „Touch a new day“ oder „love me“ gemütlicher Pop. Das Kassettenmixtape ist also überschaubar und sehr vorhersehbar. In den Castingshows gefiel und überzeugte Frau Meyer-Landrut mit ihrer exquisiten und ungewöhnlichen Songauswahl abseits der üblichen Coverträllereien von WHITNEY HOUSTON, AMY MACDONALD etc. Neben dem gelungenen Konzept der Show, auf das sich selbst viele Castingshowgegner einigen konnten und welches allenthalben gute Kritiken abbekam, wurde Lena schnell der Liebling vieler. Ihre musikalische Mischung ist eigen und ungewöhnlich für das TV-Abendprogramm. Es sind Stücke mit Ecken und Kanten, die sie auswählt. „Die ist ja süß und ach, sie covert ADELE und KATE NASH. Wunderbar!“ So jemand hat in unserer Musiklandschaft noch gefehlt. In England gibt es sie bereits, die Do-it-yourself und mySpace Mädels, die ELLIE GOULDINGs und KATE NASHs. In diesem Umfeld ist Lena gut aufgehoben. Hier möchte man sie einkategorisieren, hier wünscht man sie sich. „My Cassette Player“ zeigt aber, dass dies nicht so ganz passt. „Satellite“ und „Bee“ hatten noch das Überraschungsmoment auf ihrer Seite, das den anderen Kompositionen leider fehlt. Auf Albumlänge wirken die Songs zu gewollt und man kann den Eindruck bekommen, dass hier Schnelligkeit vor Schönheit gestellt wurde. Bis zum Eurovision Song Contest ist es nicht mehr lang hin, die Zeit muss man nutzen, das Album muss da sein, die Fernsehauftritte müssen gebucht sein. So sind die Coverversionen folglich fast die stärksten Nummern des Albums. Gleich 3 sind auf dem Album untergebracht. Man hört die bekannten „My Same“ von ADELE und „Mr Curiosity“ (JASON MRAZ). Neu ist „Not following you“, ein eher unbekanntes Stück von Englands neuer Pophoffnung ELLIE GOULDING. Neben „Satellite“ vielleicht der beste Moment der Scheibe.

„My Cassette Player“ ist ein solides Popalbum geworden. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. In den Fernsehshows griff LENA in Nischenschubladen, sang tolle Cover von PAOLO NUTINI oder KATE NASH… Das war ein großes Ausrufezeichen, ihre Liveauftritte ein weiteres. Tschirneresk, süß. Leider verpufft dies auf ihrem Debüt. Bleibt die Hoffnung, dass ihre Platzierung in Oslo nicht allzu weit von den Erwartungen entfernt sein wird, denn sonst ist LENA ganz schnell in der Schnelllebigkeit der Branche verschwunden. Da hilft auch das schöne Albumcover nur kurz drüber hinweg.

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