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LENZ - Gedankenfetzen

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Artist LENZ
Title Gedankenfetzen
Homepage LENZ
Label NAPOLEON MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

“Gedankenfetzen” heißt das dritte Album von Richard Lenz, der für sein Album-Cover ein Bild von Tausenden Fischen ausgewählt hat, die unter mysteriösen Umständen im Rodrigo-de-Freitas-See in Rio de Janeiro verendet sind. Genau dort, wo 2016 die olympischen Segelwettbewerbe stattfinden sollen. Was hat das mit den zehn deutschsprachigen Songs zu tun? Nun, jeder Fisch steht für einen Gedanken und „Gedankenfetzen“ hat’s wohl ne Menge beim Kollegen LENZ.

Gleichwohl reichen im für seine musikalischen Überlegungen 31 Minuten, denn der Berliner kommt offensichtlich gern schnell auf den Punkt. Im Übrigen deuten nicht nur die grauen Bartschattierungen darauf hin, dass es bei dem Mann ein „Früher“ gibt, das irgendwie deutlich vitaler und ungestümer war als die Jetzt-Zeit. Aber das ist ja „Alles halb so wild“, wie uns die erste Single mit erdigem Swing-Groove wissen lässt. Tiefere Einblicke gewährt derweil das nachdenkliche „Gedankenunterwelten“, ehe Cembalo und Harfe mit dem reduzierten „Wehe mir“ Einzug halten. Irgendwie hat das schon so ein bisschen was von Dornröschen im grün berankten Schloss, doch „In Dornenbüschen“ findet sich der Hörer erst einen Moment später wieder. Noch mal ein Blick zurück, der diesmal in gleichem Maße lakonisch wie melancholisch ausfällt. „So sind halt Frauen“ scheint so etwas wie die späte (etwas ratlose) Antwort auf Grönemeyers „Männer“ zu sein, wohingegen „Ich reg mich wieder nur auf“ ein wenig BEATLES-Feeling mitbringt. Mit akustischen Gitarren übt „Auf beiden Ohren breit“ währenddessen Kritik an der Wegschau-Mentalität. Für „Hey Hipster“ werden erneut die treibenden Bläser aus der Versenkung geholt, um dem viel gehassten Zeitgenossen ein Ständchen zu bringen. Drei Posaunen ersetzen beim finalen „Am Ende“ gar das Streichquartett, zweifellos ein feiner, leiser Abschluss der Langrille.

Klare Trademarks sind jedoch das immer wiederkehrende Piano, die rotzigen Langäxte und der mehrstimmige Gesang. Zu tiefschürfend geht’s bei dem Hauptstädter glücklicherweise nicht zur Sache, die Plattitüden weiß er in den allermeisten Fällen ebenfalls zu umschiffen. Der Sound ist eingängig und somit empfiehlt sich LENZ mit seinen „Gedankenfetzen“ durchaus für einen lauen Sommerabend.

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