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LESTAT VERMON - Clouds

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Artist LESTAT VERMON
Title Clouds
Homepage LESTAT VERMON
Label K&F RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.8/10 (375 Bewertungen)

Beim ersten Blick aufs Plattencover könnte man noch denken, man hätte es mit irgendwas zu tun, was in Beziehung zu Western steht, doch dann entdeckt man, dass der Typ im Mantel die einsame Straße auf einem Fahrrad entlangfährt. Nicht unbedingt der Style der wortkargen Westernhelden à la Clint Eastwood oder John Wayne. Mit dem Genre hat LESTAT VERMON auch tatsächlich überhaupt nichts zu tun, wenngleich die sparsame Instrumentierung auf „Clouds“ durchaus zu einer kahlen, menschenleeren Gegend irgendwo in Texas oder Arizona passen würde.

Hinter LESTAT VERMON steckt allerdings jemand, den man bisher nicht unbedingt mit spartanischen Songstrukturen in Verbindung gebracht hat, denn für Philipp Makolies ging es mit POLARKREIS 18 bisher wie mit dem Nummer-1-Hit „Allein Allein“ doch eher in Richtung Bombast-Sounds. Das große Besteck ist für das Solo-Projekt LESTAT VERMON jedoch erst einmal beiseite gelegt und so empfängt der Opener „Into The Woods“ den Hörer lediglich mit einer gezupften Akustikklampfe und dezentem Gesang. Der Titeltrack „Clouds“ bringt Pianoklänge und Bläser ins Spiel, doch bleiben die Wolken im Schönwetter-Modus und ziehen langsam vorbei, statt sich schwarz und bedrohlich aufzubauen. „The River“ versprüht dieselbe Ruhe und Ausgeglichenheit wie die vorherigen Lieder, während ausgerechnet „Walk Alone“ beschwingter daherkommt. Doch schon mit „Cracks“ kehrt die Reduzierung aufs Wesentliche zurück, die sich auch beim gut gelaunten und trotz aller Beschränkungen facettenreichen „The Night“ wiederfindet. „Homesick“ bringt dank Slide Guitar in der Tat einen kleinen Hauch Country ins Geschehen, bevor das instrumentale „Hillside One“ zum Träumen einlädt. In diesem Sinne schließt sich auch das leise „When The Valley Calls“ an, ehe „Stay“ erneut eine Idee Americana versprüht und „Dive In The Flood“ mit zarten Arrangements den Reigen beendet.

„Clouds“ ist eine Reaktion auf die Hektik des Alltags, eine warme Decke im kalten Herbst, die den Hörer einhüllt und zur Ruhe kommen lässt. Übrigens nahezu im Alleingang entstanden, denn der Bandmusiker Philipp Makolies hat selbst produziert, eingespielt und abgemischt. Einzig sein langjähriger Weggefährte, der Multi-Instrumentalist Ludwig Bauer war mit von der Partie. Bauer avanciert bei den Live-Auftritten zudem zum zweiten LESTAT-VERMON-Mitglied, mehr braucht’s manchmal halt auch gar nicht, um mit wenig viel zu erreichen.

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