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LETZTE INSTANZ - Ins Licht

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Artist LETZTE INSTANZ
Title Ins Licht
Homepage LETZTE INSTANZ
Label DRAKKAR/ SONYBMG
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

„Ins Licht“ – Fast programmatisch steht der Titel des neuen Albums der LETZTEn INSTANZ nach den schweren, dunklen Zeiten, die man nach dem Abgang von 3 Bandmitgliedern durchwandern musste. Hatte man mit dem Vorgänger „Götter auf Abruf“ die Erfolgs-Türen noch ganz weit aufgestoßen, stand nunmehr die Zukunft der Formation auf dem Spiel. Insbesondere Sänger Robins Ausstieg verletzte die Jungs in ihren Urfesten, seine markante Stimme war schließlich ein wichtiges Markenzeichen der Ostdeutschen. Doch nach langwieriger Selbstfindungsphase fand man im Berliner Holly (Ex-THE COMUVNICS) den passenden Mann fürs Mikro, mithin hat man also jetzt gleich 2 „Hollys“ am Start. Erste Live-Konzerte, wie beispielsweise beim Woodstage bewiesen die Praxistauglichkeit des kahlköpfigen Herren, nun muss er sich auf seinem ersten LI-Tonträger beweisen.

Und wie klingt der gute Herr nun? Deutlich dunkler sind seine Stimmbänder gefärbt, und wenn er vielleicht auch nicht ganz den Charme seines Vorgängers erreicht, hievt er den Sound doch in eine ganz andere Dimension. War Robin fast so etwas wie ein neuzeitlicher Barde, ein Chansonnier, positioniert sich der gute Holly eher zwischen Eric Fish und Till Lindemann. Passend dazu wurde auch die musikalische Seite ordentlich durch den neuzeitlichen Fleischwolf gedreht. Es fängt überraschend hart an und wird zur Mitte der Scheibe hin sogar noch härter! Vorbei sind die Zeiten, als man sich unberechenbar gab, als man diverse Genres streifte und immer wieder für verrückte Überraschungen gut war. Das soll nun nicht bedeuten, man wäre vorhersehbar geworden, aber man musiziert nun klar und deutlich zwischen Mittelalter Metal und teilweise sogar der verhassten Wortschöpfung „Neue Deutsche Härte“. Parallelen zu den heutigen SUBWAY TO SALLY sind wirklich nicht von der Hand zu weisen, zum Glück fallen die Texte nur sehr selten platt aus, vielmehr konnte hier das gute frühere Niveau annähernd gehalten werden. Trotz der zum Teil brachialen Riffs werden die Streichinstrumente niemals vernachlässigt, sie bilden so etwas wie den melodiösen Zuckerguss auf die Kompositionen. Mit „Nimm mich“ (leichte RAMMSTEIN-Anleihen besonders durch den Chorus) und dem knochentrockenen „Womit die Welt begann“ (Trash Riffs! Doublebass!) erreicht der Silberling in der Mitte einen härtemässigen Höhepunkt. Zum Ausgleich hat man mit dem „Sandmann“ auch mal ein stilleres (Schlaf-)lied an Bord, nur holzen geht ja auch nicht. Höhepunkt für viele sicher „Das Stimmlein“, wo man mit dem schon angesprochenen Eric Fish, Thomas Lindner (SCHANDMAUL) und Sven Friedrich von ZERAPHINE drei richtig ausgewachsene Stimmen gewinnen konnte, dieses Lied wird in der alternativen Szene sicher positiv einschlagen. Mit „Silber im Stein“ verabschiedet man sich dann doch noch mit einem Chanson meets RAMMSTEIN-Balladen-Track auf besinnliche Weise…

Es scheint fast so, als habe man sich mit der neuen Besetzung den Frust von der Seele gespielt und dies in dementsprechend harte Töne gegossen. Da ist man wirklich schon auf die Live-Umsetzung gespannt, zu der gerne auch tolerante Metaller geladen sind. Ich würde zwar vermuten, dass ein paar (sanftmütige) Fans an den Rändern den neuen Weg der LETZTEn INSTANZ nicht mitgehen werden, dafür wird man im Spannungsfeld von STS bis IN EXTREMO viele neue aufgabeln und mit einem guten Video vielleicht auch übers Genre hinaus punkten können. Etwas beliebiger ist man geworden, etwas weniger „charmant“, dafür aber rockt man nun ohne überflüssigen Ballast durch die Prärie, und das handwerklich auf hohem Niveau. Es ist eine andere LETZE INSTANZ – Wehe, wenn sie losgelassen!

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