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LIFE CRIED - Banished Psalms

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Artist LIFE CRIED
Title Banished Psalms
Homepage LIFE CRIED
Label NOITEKK
Leserbewertung
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6.8/10 (13 Bewertungen)

Nach längerer Ankündigung haben die schon seit geraumer Zeit fertig gestellten „Banished Psalms“ von LIFE CRIED nun endlich den Weg durch das Presswerk vollzogen und sind unheilvolle Realität geworden. Mit dem Nackenbrecher „Forbidden“ auf der kürzlich veröffentlichten NoiTekk Compilation „United Vol. 2“ wurde vorab bereits ein kleiner Einblick gewährt, doch geht der Nachfolger zum „Drawn + Quartered“ Debüt in Sachen Gestaltungskraft oftmals noch ein, zwei Schritte weiter. Chris Reject hat erkennbar daran gearbeitet, etwas Individuelles auf die Beine zu stellen und seinen Kompositionen einen eigenen Charakter zu verleihen.

Dark Electro, der auch wirklich düster und stellenweise fast schon als apokalyptisch zu bezeichnen ist, regiert die „Banished Psalms“, aggressiv und melodiös zugleich; Electro, der nicht nur auf Standard-Arrangements basiert, sondern ausgefallenere Wege einschlägt. Das schlägt sich manchmal nur in Kleinigkeiten nieder, wie etwa den zusätzlich hämmernden Rhythmusstrukturen im Stück „Bloodstained“, die aus schon fast Industrial-artigen Beatsalven geformt sind. Oder zeigt sich in „Dressed in filth“, wo ein stampfender Beat mit langgezogenen Flächensounds kombiniert wird, während sich dazu eine dunkle Pianomelodie ausbreitet und die Synth-Sequenzen dafür nur sehr dezent pumpen. Klingt zwar in Worten nicht außergewöhnlich, in der Umsetzung aber eben nicht wie der typische Einheitsbrei. Überhaupt kommt dem Pianospiel gleich in mehreren Tracks diese tragende Rolle zu, daneben wurden aber auch Streicher (aus der Konserve) in den Gesamtsound eingeflochten. So in „Bound in hate“, dass anfangs eine starke PSYCLON NINE Schlagseite aufweist, was aber daran liegt, dass P9 Fronter Nero Bellum hier einige Keyboard-Spuren beigesteuert hat. Weiter erwähnenswert ist in jedem Fall das ungemein einnehmende „Preacher“, bei dem ebenfalls rein atmosphärische Flächen und ein knackiger Beat eine elektrisierende Wechselwirkung erzeugen. Solche Schwergewichte sind im heutigen Club-Electro doch das Salz in der oft recht faden Suppe!

Abgesehen von Nero hat an anderer Stelle außerdem auch noch James Francis von PANIC LIFT beim Engineering mitgeholfen. Hier greift also die New Jersey Connection, die auch das Live Line-Up von LIFE CRIED mit weiteren Mitgliedern von XENTRIFUGE und CENOTYPE bereichert. Die interessanten Lyrics hingegen stammen wieder aus der alleinigen Feder von Chris, der hier mittels seiner `distorted vocals´ größtenteils aus der Ich-Perspektive heraus predigt. Kurzum: Wieder mal ein erlesenes Produkt aus der NoiTekk Schmiede!

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