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LIFE CRIED - If I don´t wake up

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Artist LIFE CRIED
Title If I don´t wake up
Homepage LIFE CRIED
Label COP INTERNATIONAL
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Ende der Feuerpause im Hause LIFE CRIED. Oder in Anlehnung an den Albumtitel: Doch, er ist wieder aufgewacht. Gemeint ist natürlich Chris Reject aka Mr. LIFE CRIED. So ist es dann schon geraume Zeit her, um nicht zu sagen eine halbe Ewigkeit, dass der Dark (Harsh) Electro Trupp aus den Staaten musikalisch für Furore gesorgt hat. „Banished Psalms“, das starke Zweitwerk der ehemaligen Noitekk-Recken, datiert bereits aus dem Jahr 2009, danach wurde es ruhig, wie zuletzt irgendwie um so manche Protagonisten der Übersee-Szenerie, deren Radius sich offenbar nur noch auf die US-Ostküste beschränkt.

Nach einem Prozess der Neuorientierung kann der Aderlass nun aber neu beginnen. Glaubt man einer Ankündigung im wohl größten sozialen Netzwerk, waren die Aufnahmen zu „If I don´t wake up“ allerdings bereits im Juli 2013 im Wesentlichen abgeschlossen. Gut Ding will Weile haben. Überbrückt wurde die Chose durch die beiden Online-EPs „I´m sick“ und „Beaten up disaster“ (zu finden auf Bandcamp) mit jeweils zwei Album-Tracks plus diverse Remixe, darunter zuletzt mit FGFC820, PANIC LIFT und DYM durchaus namhafte Kollegen und Freunde.

LIFE CRIED waren nie der konventionelle Electro Act, das Songwriting konnte indes meist mit einer individuellen Note Akzente setzen. Diese Entwicklung ist in den letzten Jahren nun noch forciert worden. Auch wenn das neue Album insbesondere mit den Titeltracks der beiden genannten EPs zunächst einige eher klassische Stampfer mit dezenten Melodiefetzen am Start hat, tritt im weiteren Verlauf zeitweise eine Art Hybridsound deutlich zu Tage, der sich durch die Hinzunahme organischer Elemente wie Gitarrenriffs oder eines echten Schlagzeug-Rhythmus auszeichnet. Von diesem Stilmittel wird jedoch nicht überbordend, sondern vielmehr punktuell und präzise Gebrauch gemacht. Die stets brodelnde Klangkulisse spitzt sich dadurch in ihrer Dramatik immer weiter zu. Das von einem manischen Piano-Anschlag getragene „This isn´t happening“, das metallisch-industriell anmutende und mit elegischem Mittelteil überraschende „Crippled“ oder auch „Can´t be saved“, in dem sich ein wuchtiger Marschrhythmus mit zarten Pianoklängen duelliert, mögen insoweit als Referenz herhalten.

Neben dem bereits hervorgehobenen „Crippled“ verlässt vor allem noch „Screaming for my life“ mit herbem IndustrialRock-Einschlag das gewohnte elektronische Terrain, bevor es zum Ende des Album hin mit mehreren düster-atmosphärischen Kompositionen überwiegend verhaltener und minimalistisch-melancholisch zu Werke geht.

Alles in allem daher eine intensive und abwechslungsreiche Angelegenheit!

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