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LIFE CRIED - Drawn + Quartered

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Artist LIFE CRIED
Title Drawn + Quartered
Homepage LIFE CRIED
Label NOITEKK
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Auf NoiTekk ist Verlass. Qualitativ wie inhaltlich. So konnte man schon vor den ersten Tönen der neuen Ausgrabung prophezeien, wie der Sound ungefähr klingen würde. Ganz Clevere kennen natürlich den Opener „Stale“ auch bereits von der „United Vol.1“ Label Compilation. Nebenbei hat der Künstler auch schon Remixe für Platzhirsche wie FEINDFLUG oder GRENDEL angefertigt. DER Künstler, denn hier handelt es sich um ein Ein-Mann-Kommando aus den Staaten mit Namen Chris, der seit 1999 elektronisch aktiv ist. Mit PSYCLON NINE hat das Label ja schon gute Erfahrungen gemacht, und LIFE CRIED setzen diesen positiven Trend unbeirrt fort.

Dabei handelt es sich – wie vermutet – um keinen besonders innovativen Sound, Hellectro oder Dark Electro sind mal wieder die Schlagwörter. Extrem verzerrter Gesang, treibende Beats, Melodietupfer, Samples… all jene Inhaltsstoffe, mit denen man sich aktuell häufiger konfrontiert sieht (siehe SUICIDE COMMANDO, DIOXYDE etc.). So ist der bereits erwähnte Opener dann auch ein typischer, mittelschneller Track, welcher in den Clubs ohne Probleme die Tanzfläche voll halten sollte, mit „Hallowed be thy Name“ (leider keine IRON MAIDEN-Coverversion) folgt ein weiteres eher getragen wirkendes Stück. Schon jetzt fallen die besonders stark ausgearbeiteten Drum Beats auf, die sich produktionstechnisch deutlich in den Vordergrund drängen und so der Percussion besondere Bedeutung verleihen. „As we decay“ rollt erstmals richtig flott aus den Speakern und entwickelt schnell Ohrwurmcharakter. Mein Lieblingssong folgt bei Fuße: „Living Hell“ setzt auf ein synthetisches Pianothema und melancholische Flächen. Hier werden Wege aus der Genrefalle aufgezeigt. Ganz im Gegensatz dazu verläuft „Rage (Dying Existence)“, welches wirklich extrem an neuere SUICIDE COMMANDO erinnert, ich denke bei einem Erstlingswerk absolut verzeihbar. Die zweite Hälfte der Scheibe bietet mit „Burnt to Ashes“ und dem apokalyptischen Old School WUMPSCUTter „Darkest Eyes“ ebenfalls noch interessante Highlights.

Insofern eine durchweg solide bis gute Leistung, welche der Kollege hier mit seinem Debüt präsentiert. Zwar vorwiegend an (europäischen) Vorbildern und Labelkollegen orientiert, aber mit genügend kompositorischem Schmackes, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu sehen. Mal sehen, ob Herr G. LIFE CRIED auch bald für Liveattacken über den großen Teich holt.

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